Katja Burkard bricht ein Tabu

Thema Wechseljahr

Katja Burkard bricht ein Tabu

Jung geblieben, strahlend, schön und freundlich – so kennen wir Katja Burkard seit Jahrzehnten aus dem TV. Am RTL-Moderatorenpult (u. a. „Punkt 12“) und auf den Red Carpets deutscher und österreichischer ­Glamour-Events – Burkard ist seit 21 Jahren mit Austro-Medien-Manager Hans Mahr (70) verheiratet – ist eben kein Platz für unschöne Themen und persönliche Krisen. Damit macht die 54-Jährige jetzt Schluss. Burkard veröffentlichte kürzlich ihr neues Buch „Wechseljahre? Keine Panik“, in dem sie ganz offen über ein Thema schreibt, das nahezu jede Frau eines Tages tangiert. „In meiner Branche wird das Thema totgeschwiegen“, erklärt Katja Burkard. „Aber Fakt ist: Jede Frau kommt in die Wechseljahre.“ Eine Zeit starker hormoneller Umstellungen, die das Ende der Fruchtbarkeit der Frau einleiten – eine Zeit, die für viele sowohl gesundheitlich als auch emotional nicht einfach ist. Auch die zweifache ­Mutter Katja Burkard – Tochter Katharina ist 12, Marie-Therese 17 Jahre alt – hatte mit heftigen Problemen zu kämpfen, über die sie nun schonungslos auf 234 Seiten berichtet.

Äußerliche und innerliche Veränderungen machten sich bei ihr bemerkbar. „Ich habe plötzlich fünf Kilo zugenommen“, erzählt Burkard im Interview mit der deutschen „Bild“-Zeitung. Aber richtig schlimm sei ihre charakterliche Veränderung ge­wesen: „Ich war so dünnhäutig und impulsiv, ­hatte manchmal das Bedürfnis um mich zu schlagen. Mike Tyson war ein Schmuse­bärchen gegen mich.“ Was sie heute so ­humorvoll beschreibt, endete in einer schlimmen Ehekrise. „Wir hätten uns fast getrennt“, stellt die Autorin sogar fest. Ehemann Hans Mahr, der seiner Ehefrau im Nachhinein betrachtet „total leidtat“, relativiert dies in Interviews: „Das ist etwas übertrieben, aber es war ein hartes Jahr.“ Denn Burkard sei, wie sie selbst zugibt, aufgrund der hormonellen Belastung regelrecht „zur fiesen Furie geworden“. Völlig grundlos sei sie wütend geworden. „Ich war gestresst, ungeduldig, unausstehlich.“ Das Schlimmste: Wie viele Frauen war ihr lange nicht bewusst, was die Ursache für die veritable Wesensveränderung war. Erst nach rund neun Monaten wurde der 54-Jährigen klar, was mit ihr los ist. Ein Arztbesuch konnte ihr schließlich helfen. „Schon zwei Wochen später ging es mir viel besser.“ Heute kann Katja Burkard über das harte Jahr lachen – und vor allem ganz offen über das Thema sprechen.  

Burkhard © Blanvalet
Katja Burkard verrät in „Wechseljahre? Keine Panik“ 10 Tipps, „wie Sie auch mit Hitzewallungen cool bleiben.“  Blanvalet, 234 Seiten, 15 Euro).

Die Idee
einen Ratgeber über ihre Wechseljahre zu schreiben, kam nicht von ungefähr. Schließlich ist Burkard Medienprofi, schrieb bereits ein Buch – 2012 veröffentlichte die RTL-Moderatorin einen Kinderratgeber zum Thema Zähneputzen. Jetzt will sie Frauen in ihrem Alter helfen, die Menopause durchaus auch als etwas Positives anzunehmen: „In meinen knapp drei Wechseljahren ist mit mir etwas passiert, was ich nie für möglich gehalten hätte: Ich kenne mich und mag mich endlich!“ In zehn Kapiteln beschreibt die Autorin, wie sie die Auswirkungen der Hormonumstellung erlebte – von Hitzewallungen über Haarausfall bis hin zu Gewichtszunahme und Falten. Aber Burkard liefert auch konkrete Tipps, was man dagegen tun kann und lässt in „Wechseljahre? Keine Panik“ auch Experten wie Hormonexperte Prof. Dr. Dr. Johannes Huber, aber auch Star-Designer Guido Maria Kretschmer zu Wort kommen. Täglicher Sport, sich öfter einmal etwas Gutes tun, pflanzliche Produkte, aber auch die Arbeit an einer positiven Lebenseinstellung gehören dazu. Das Buch „Jetzt“ von Eckhart Tolle sei regelrecht zu ihrer Bibel geworden, erklärt Katja Burkard, die sich intensiv mit der Kunst des positiven Denkens auseinandersetzt.

Dass ihr unterhaltsames und informatives Werk bereits in der ersten Woche nach Erscheinen für großen Zuspruch sorgte, freut sie ganz besonders. Auf Instagram bedankte sich die „Punkt 12“-Anchor­woman mit einer Fotocollage, die ihr Gesicht in verschiedenen Emotionen zeigen. „So ging’s mir diese Woche...“, schreibt Burkard dazu. „Ich danke euch für die ­sagenhafte Unterstützung und die vielen Reaktionen auf mein Buch.“ Das Tabuthema aufzugreifen, war zweifelsohne kein einfacher Schritt für die sonst als so tough geltende und stets perfekt wirkende ­Moderatorin. „Ich gebe zu, es war eine ­Herausforderung, so offen zu sein. Deshalb auch ein besonderes Dankeschön an die vielen Frauen und auch Männer, die mir so ehrlich geschrieben haben!“ Und ihre Ehekrise? Über die kann sie mit ihrem Mann inzwischen herzlich lachen.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden
Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum