'Es war fast nicht zu verkraften'

Hera Lind im Talk

'Es war fast nicht zu verkraften'

Es gibt Lebensläufe, die derart heftig vom Schicksal heimgesucht werden, dass man es kaum für möglich hält. Und doch sind es wahre Geschichten. Wie die der Familie Kuchenmeister: Konstanze Kuchenmeister hat gerade Zwillinge zur Welt gebracht – zwei Kinder hat die junge Gynäkologin bereits –, als bei ihr Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert wird. Tapfer erträgt sie Operation und Chemotherapie, kümmert sich liebevoll um ihre vier Kinder und baut „nebenbei“ eine eigene Praxis auf.   

Kämpferin
An dieser Stelle  könnte die Geschichte schon enden. Genug der Schmerzen für eine junge Familie. Doch als Frau Kuchenmeister glaubt, den Krebs besiegt zu haben, wird ihr ein Gehirntumor attestiert. Liebevoll unterstützt von ihrem Mann nimmt sie ­erneut den Kampf auf. Ein Kampf, der sie durch „Himmel und Hölle“ führt. So auch der Titel des gleichnamigen Buches, das Bestseller-Autorin Hera Lind verfasst hat. „Himmel und Hölle“ ist die Geschichte der Familie Kuchenmeister. Ein Tatsachenroman, der vor allem eine Tatsache vermittelt: Liebe heilt alles! Warum, erzählt Hera Lind im bewegenden Interview.

In Ihrem Roman steht, dass Stefan Kuchenmeister, der Mann von Konstanze, sich an Sie gewendet hat. Können Sie sich noch erinnern mit welchen Worten?
Hera Lind:
Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, mit welchen Worten er mich überreden konnte. Er hat mir ein Bild von seiner Familie geschickt mit seinen vier Kindern darauf und schrieb: „Schauen Sie doch einmal in diese zwölf Augen!“ Ich habe wirklich sehr traurige Kinderaugen gesehen. Die Mutter war durch OP und Chemo oft weg und in den Augen ihrer Kinder konnte man die Angst sehen, dass sie nicht wieder kommen würde. Damit hat er zunächst mehr mein Mutterherz berührt, als mein schriftstellerisches Bewusstsein.

In Deutschland hat sich das Buch bereits 70.000-mal verkauft. Frau Kuchenmeister steht mit ihrem Schicksal nun im Fokus der Öffentlichkeit…
Lind:
Sie ist sehr stark und vor allem hat sie eine Botschaft: Sie möchte Millionen von Frauen darauf hinweisen, dass es bereits für zwölfjährige Gebärmutterhalskrebsimpfungen gibt. Mit dieser Intention hat sie mich davon überzeugt, dieses Buch zu schreiben.  

Wie schwer war es, dieses harte Schicksal aufzuschreiben?
Lind:
Es gab tatsächlich einen Punkt, an dem ich die Arbeit weggelegt habe und nicht weiterschreiben konnte, weil ich so tief in diesem fremden Schicksal drinsteckte. Und es fast nicht zu verkraften war, was diese Frau bewältigen musste.

Hat Sie das Verarbeiten dieses Schicksals auch über Ihre eigenen Tiefen – Sie haben eine heftige Trennung vom Vater Ihrer Kinder und einen finanziellen Bauchfleck hinter sich – hinweg therapiert?
Lind:
Ja, für mich war es wie eine Therapie. Diese Wirkung wird es auf jede Leserin haben. Denn im Gegensatz zu Konstanze Kuchenmeisters Schicksal erscheinen die eigenen Sorgen klein, ja fast schon lächerlich.

Frau Kuchenmeister hat sich seit der Studienzeit mit Krebs auseinandergesetzt, Vorsorge aber vernachlässigt.
Lind:
Das Groteske ist, dass sie über Gebärmutterhalskrebs sogar ihre Doktorarbeit geschrieben hat. Sie hat unzählige Frauen operiert, die daran erkrankt sind. Nur bei sich selbst hat sie es nicht gemerkt, vielleicht aber auch verdrängt. Das halte ich für eine typisch weibliche Eigenschaft. Sie ist vierfache Mutter, die sich um ihre Familie gekümmert hat.

Ist es Ihnen auch schon so gegangen und haben Sie so gelernt, dass Verdrängung auch gefährlich sein kann?
Lind:
...

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MADONNA Cover 22.01.2011 © MADONNA
MADONNA vom 22.01.2011

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