Carrie Bradshaws wilde Jahre

Das geheime Tagebuch

Carrie Bradshaws wilde Jahre

Seiten: 12

Sie begleitet uns seit vielen Jahren – wir lachen, weinen und fühlen mit ihr. Dennoch wissen wir so gut wie gar nichts über Carrie Bradshaws (gespielt von Sarah Jessica Parker) Vergangenheit – die Zeit, bevor sie nach New York kam. Die Erfinderin der Kultserie „Sex and the City“, Candace Bushnell, veröffentlicht am 30. August die lang ersehnte deutsche Ausgabe des Romans „The Carrie Diaries“, in dem sie die Teenie-Jahre der charismatischen Hauptfigur aufarbeitet. Carrie verrät in ihrem Tagebuch, was vor ihren Abenteuern mit ihren besten Freundinnen Samantha, Miranda und Charlotte war, wer Mr. Bigs Vorgänger war, und wie sie mit ihren jüngeren Schwestern – ohne Mutter – in der Kleinstadt Castlebury aufwuchs. MADONNA hat die ersten Auszüge.

The Carrie Diaries Sex and The City Candace Bushnell
The Carrie Diaries. Der neue Roman von „Sex and The City“-Autorin Candace Bushnell erscheint am 30. 8. auf Deutsch. (cbt Verlag, 448 Seiten, 15,50 Euro). 

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...leider schon beendet!

Exklusiv: Der erste Abdruck der Carrie Diaries

  • Carrie über die Begegnung mit ihrer ersten Liebe

Ich war zwölf und kam gerade in die Pubertät, sprich: Storchenbeine, Erbsenbrüste, Pickelgesicht und Fisselhaare. Außerdem trug ich eine schwarze Hornbrille im Stil der Sechzigerjahre und hatte ständig eine zerlesene Taschenbuchausgabe von Mary Gordon Howard dabei. Kurz:  Ich war leidenschaftliche Feministin.  Die Kids hatten damals meine Mutter beauftragt, ihre Küche neu zu gestalten. (...) Plötzlich stand Sebastian in der Tür und ich sagte völlig unvermittelt: „Mary Gordon Howard ist der Meinung, dass fast jeder Kontakt zwischen den Geschlechtern auf Vergewaltigung hinausläuft.“ (...) Es war Liebe auf den ersten Blick.

  • Über ihre Familie

Dad ist ein bekannter Wissenschaftler, der irgendeine neuartige Metalllegierung entwickelt hat, die beim Bau der Apollo Weltraumraketen verwendet wurde. Missy (Anm.: jüngere Schwester) und ich machen gerne Witze darüber, dass Dad alles über uns wüsste, wenn Menschen keine Individuen aus Fleisch und Blut, sondern mathematische Formeln wären.

  • Über den Tod ihrer Mutter

Als ich dreizehn war: Meine Mutter war damals schon sehr krank und konnte das Haus nicht mehr verlassen. (...) Sie lag im Bett, die Jalousien halb heruntergelassen. Das vertraute mechanische Ticken der Standuhr war das einzige Geräusch im Raum, und ich stellte mir vor, wie die kleinen Zahnräder des Uhrwerks mit jeder Drehung unaufhaltsam ein kleines Stückchen Zeit wegfraßen.

  • Über ihren ersten Kuss mit Sebastian

Er tanzt richtig gut, aber etwas anderes habe ich von ihm nicht erwartet. Nach einer Weile kommt er mit wiegenden Schritten auf mich zu, nimmt meine Hand und beginnt den Hustle mit mir zu tanzen. Irgendwann schiebt er die Knie zwischen meine Beine und ich lasse mit dem Takt der Musik die Hüften kreisen. (...) Er beugt sich zu mir und küsst mich. Und in diesem Moment spaltet sich mein Leben in zwei Hälften: vorher und nachher.

  • Über ihren Karrierestart

„Ich dachte, wir würden zusammen in die Mall fahren“, sagt Sebastian gereizt. „Jetzt sei nicht gleich sauer, die Redaktionssitzung dauert doch bloß eine Stunde.“ „Warum willst du überhaupt für diese blöde Schülerzeitung arbeiten?“ Weil ich eine Zukunft haben will, würde ich am liebsten antworten, aber das würde Sebastian nicht verstehen. Schließlich tut er alles dafür, keine zu haben. Lali (Anm.: Carries beste Freundin) kommt zufällig vorbeigeschlendert. „Ich könnte mitkommen“, sagt sie beiläufig. Eigentlich ist ja nichts dabei, denke ich, aber warum lief es mir dann kalt über den Rücken? Einen Moment lang spielte ich ernsthaft mit dem Gedanken, die Redaktionssitzung sausen zu lassen und ihm hinterherzulaufen. Soll ich das jetzt etwa für den Rest meines Lebens machen? Dass ich wegen eines Typen die Dinge vernachlässige, die mir wichtig sind?

  • Über Liebeskummer

Sie sieht aus, als wäre ihr schlecht. Ist gestern Abend irgendetwas passiert? Haben Lali und Sebastian womöglich...? Nein. Sie ist meine beste Freundin. Er ist mein Freund. (...) Sie sitzen noch immer an der Theke. Und der Grund, warum ich sie nicht gleich gesehen habe, ist der, dass ihre Körper sich so leidenschaftlich küssen, als wären sie die letzten Menschen auf Erden. Das kann nicht sein. Ich muss so betrunken sein, dass ich halluziniere.  Einen Moment lang steht die Welt still.

  • Über ihren Weg nach N.Y.

Ich bin drin! „Daaad!“ „Was?“, fragt er erschrocken. „Ich muss.... Ich habe gerade einen Brief bekommen – New York...“ Ich presse die Hand auf mein hämmerndes Herz. „Ich bin im Sommerkurs für Kreatives Schreiben angenommen worden.“ (...) Mein Vater nimmt die Brille ab und massiert sich die Nasenwurzel. „Zwei Monate können nicht schaden“, sagt er schließlich.  

  • Über ihren Kontakt zu Samantha Jones

Donna (Anm.: die Ex-Rivalin) klingt beeindruckt und gleichzeitig ein bisschen neidisch. „Hab ich dir schon mal erzählt, dass ich eine Cousine in New York habe? Sie arbeitet in einer Werbeagentur und ist total erfolgreich. Die Typen stehen bei ihr Schlange.“  

  • Über ihren ersten Tag in New York City

Ich schleppe meinen Koffer zu einem gelben Taxi. Ich stelle ihn ab, lege meine Carrie-Tasche darauf und beuge mich zum Fenster hinunter. „Wie viel?“, frage ich. „Kommt drauf an, wo Sie hinwollen.“ Ich drehe mich um, um nach meiner Tasche zu greifen und die Adresse rauszuholen. Meine Tasche ist weg. (...) Ich starre in den offenen Schlund der Penn Station. Nein. Ich kann nicht nach Hause zurück. Alles, was ich noch habe, sind dreißig Cent, einen Koffer voller Klamotten und mein Tagebuch. Ich blättere hastig (...) auf einer leeren Seite in Donna LaDonnas ausladender Schrift: eine Telefonnummer. Den Koffer hinter mir zerrend steuere ich die nächste Telefonzelle an. Beim elften Klingeln wird abgehoben. „Da hat es jemand aber ganz furchtbar eilig, mich zu sehen.“ Die Stimme der Frau klingt sehr ernst. Ich öffne den Mund, weiß aber noch nicht, was ich sagen soll. „Hallo? Bist du das, Charlie?“ Diesmal klingt die Stimme neckend. „Wenn du nicht mit mir redest, muss ich leider...“ „Moment!“, entfährt es mir. „Ja?“ jetzt klingt die Stimme misstrauisch. Ich hole tief Luft.
„Samantha Jones?“

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die Bestseller-Autorin Candace Bushnell im Interview

Autor: Nina Fischer
Seiten: 12
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