Die Leinpflanze kann pflegend sein

Salbe aus Leinöl und Bienenwachs tut der Haut gut

Vom Lein lassen sich sowohl die Samen als auch das Öl für Heilzwecke einsetzen. Leinöl empfiehlt Anke Herrmann, Heilpraktikerin vom Naturheilkundeverein NHV Theophrastus in München, für selbst hergestellte Salben bei Hautproblemen. Dazu mischt sie 100 Gramm erhitztes Leinöl mit 15 bis 20 Gramm geschmolzenem Bienenwachs.

"Das ergibt nach Verrühren und Erkalten eine Salbe, die von Natur aus hautfreundlich ist." Leinöl und Bienenwachs besitzen eine ähnliche Zusammensetzung wie das Hautfett, das zum Schutz von den Talgdrüsen der Haut produziert wird. Dünn aufgetragen, ist die Salbe wundheilend und schmerzlindernd sowie für Narbenbehandlungen geeignet. Dick aufgetragen, hat sie eine ziehende Wirkung, zum Beispiel bei eingezogenen Splittern, eitrigen Furunkeln und ähnlichem. Auch trockene, schuppige oder entzündete Haut wird laut Herrmann durch diese Salbe positiv beeinflusst.

   Nach heutiger Erkenntnis eignet sich Leinöl nicht zum Braten, da sich dabei die natürlichen Cis-Fettsäuren in die gefährlichen Transfettsäuren umwandeln. Letztere beeinflussen den Fettstoffwechsel negativ und stehen im Verdacht, Krebs zu erregen.

   Leinsamen gelten als verdauungsanregend, entzündungshemmend und entkrampfend. Ob sie gequollen, gequetscht oder geschrotet eingenommen werden, hängt davon ab, wofür sie eingesetzt werden, erläutert Herrmann: Für Müsli oder Brot und Brötchen sollten die Samen stets frisch geschrotet werden.

   Gequollene Leinsamen schützen durch ihre Schleimstoffe bei innerlicher Anwendung die Darmschleimhaut. Gequetschte Samen regen bei Verstopfung die Verdauung an, wenn sie mit reichlich Wasser eingenommen werden. Bei drohendem oder bestehendem Darmverschluss oder einer Verengung der Speiseröhre sollten die Samen dagegen nicht innerlich angewendet werden, warnt die Heilpraktikerin.

  INFO: www.nhv-theophrastus.de.