Diashow Pret-a-Porter in Paris mit lasziven Diven

Pret-a-Porter in Paris mit lasziven Diven

Die Pariser Pret-a-Porter-Woche der Damenkollektionen für Frühjahr/Sommer 2010 konnte kurz vor ihrer Halbzeit am Freitagabend mit klingenden Namen aufwarten. Allen voran Lanvin-Designer Alber Elbaz: Er gilt inzwischen als Superstar.

Mit einer ganz in Schwarz gekleideten Janet Jackson zählte er auch einen "1 A-Promi" zu seinen Gästen. Die Schau, die eine laszive Version der Hitchcock-Blondine beschwor, erntete Ovationen. Die Models mit hochtoupiertem Blondhaar und dunkel ummalten Augen stöckelten in schmalen Kleidern in Schwarz daher, die durch Raffungen und schmeichelnde Stoffe lässig wirkten. Es gab Drape-Kleider in Orange oder Perlmutt und Glitzer-Roben in Gold oder Smaragdgrün. Einen Schuss von Halbwelt erhielten die Lanvin-Diven durch Fußkettchen, einen langen Lederhandschuh und Schlafzimmer-Blick.

Das Leben ist ein Kostümfest, zumindest bei der Britin Vivienne Westwood. Ihre Schau glich einem venezianischen Karneval mit Streetwear-Elementen. Die Models schwebten mit Porzellangesichtern und Engelshaaren durch barocke Räume. Ihre Kleider aus kunstvoll bedrucktem Chiffon wirkten wie einfach um den Körper gewickelt. Offene Nähte trugen zu dem Eindruck des Zusammengewürfelten bei. Es gab Anklänge an die 80er-Jahre mit Punk-Elementen oder an das Barock mit Tüllroben über Krinolinen. Polit-Botschaften auf Kleidern sowie eine Braut im Slip und bauchfreier Wickelbluse offenbarten die Liebe der einstigen Punk-Ikone Westwood zum Subversiven.

Die Schau des Antwerpener Labels Maison Martin Margiela inszenierte ein Spiel mit Material und Silhouette: Lederstiefel endeten in einer Papiertüte, mädchenhafte Kleidchen waren mit Fahrrad-Reflektoren bestickt. Ein mit einem Postkartenmotiv bedrucktes Kleid entpuppte sich hinten als Strickhöschen, überlange Lederstiefel verschmolzen vorne mit einer Hose, hinten mit einem Schleppenrock. Überhaupt beschäftigten Margiela die Schleppen und das Schleppen. Die Models zogen unter den Röcken verborgene lange Ketten hinter sich her oder - als Finale - eine überlange schmale Stoffbahn, die vollkommen den Laufsteg bedeckte.

Die Schau von Dior-Designer John Galliano war schon am Nachmittag über den Laufsteg gegangen. Mit einer Hommage an Hollywood-Star Lauren Bacall setzte er auf subtile Verführung und mixte gekonnt Satinröcke und Corsagen mit Kostümjacken und Trenchcoats.