Haute-Couture-Schauen haben in Paris begonnen

Nach dem Abschluss der Berliner Modewoche richten sich die Blicke der Fashion-Welt nach Paris: Dort haben am Sonntag (24.1.) die Haute-Couture-Schauen für die kommende Frühjahrs- und Sommer-Saison begonnen. Luxus-Häuser wie Jean Paul Gaultier, Valentino oder Chanel mit Karl Lagerfeld präsentieren ihre Kollektionen. Insgesamt sind bis Donnerstag 20 Defilees in der Seine-Metropole angesetzt.

Den Auftakt machte am Sonntag der niederländische Designer Josephus Thimister. Am Montag sind Modeschöpfer wie Anne Valérie Hash, Christian Dior und Giorgio Armani an der Reihe.

Bei der wohl exklusivsten Modeveranstaltung der Welt zeigen Designer-Häuser ihre in Handarbeit gefertigten Modelle. Hier ein Überblick von A bis Z:

A wie "Ayoub, Mouna": Die Jet-Setterin mit libanesischen Wurzeln besitzt eine Privatsammlung von mehr als 1.500 Haute-Couture-Kleidern und sammelt eifrig weiter. Wenn sie nicht zur Schau kommt, schieben Modehäuser Panik.

B wie "Bus": Anders als bei den Prêt-à-Porter-Schauen gibt es bei den Couture-Schauen keinen Bus, der die Gäste von Show zu Show fährt. Die meisten kommen ohnehin mit Limousine.

C wie "Chambre Syndicale de la Haute Couture": Die Kammer vereint die Couture-Häuser, veranstaltet die Schauen und legt die Kriterien für den Titel Maison de Couture fest.

D wie "Dior": Die stets dramatisch inszenierte Schau von Dior-Designer John Galliano gilt als erster Höhepunkt der Couture-Tage.

E wie "Eintrittskarte": Bei den Schauen ist ähnlich wie beim Prêt-à-Porter die Anzahl der Plätze streng limitiert. Anders als dort sitzen hier nicht Händler im Publikum, sondern einzelne Kundinnen.

F wie "Federn": Neben Stoffblumen oder Pailletten schmücken sie viele Entwürfe. In Paris gibt es für ihre Fertigung eigens spezialisierte Ateliers wie den Feder- und Blumen-Experten Lemarié.

G wie "Gaultier, Jean-Paul": Das einstige Enfant terrible der Mode brachte frischen Wind, als er 1997 in die Haute Couture einstieg. Noch heute bietet er ungewöhnliche Hingucker.

H wie "Hundert": Nicht Tausende, sondern nur wenige Hunderte von Frauen weltweit kaufen die schwindelerregend teuren Couture-Roben.

I wie "Inoffiziell": Neben dem offiziellen Schauen-Kalender gibt es noch zahlreiche Off-Präsentationen kleinerer Designer-Häuser.

J wie "Juwelen": Nach vier Tagen Mode ist der letzte Veranstaltungstag den Schmuckkreationen von Juwelierhäusern gewidmet.

K wie "Kalender": Die Abfolge der Schauen wird von der Chambre Syndicale festgelegt.

L wie "Lacroix": Christian Lacroix gilt als ganz großer Couturier. Leider ist er nicht mehr dabei, da sein Haus im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden musste.

M wie "Mitglied": Neben den Häusern, die der Chambre Syndicale de la Haute Couture fest angeschlossen sind, gibt es korrespondierende Mitglieder aus dem Ausland wie Armani sowie geladene Mitglieder - kleinere Modehäuser, die nicht alle Auflagen erfüllen.

O wie "Oscars": Die Verleihung der Academy Awards ist nach den Schauen der zweite Laufsteg der Haute Couture. Nirgendwo werden so viele Roben aus Meisterhand getragen wie auf Hollywoods rotem Teppich.

P wie "Petites Mains": Ohne die sogenannten kleinen Hände, die geschickten Finger erfahrener Näherinnen oder Stickerinnen, wäre die Couture nicht realisierbar.

Q wie "Qualität": Sie wird streng überwacht. Zu den Vorgaben an ein Couture-Haus gehört das perfekte Beherrschen des Schneider-Handwerks und traditioneller Techniken.

R wie "Rue Cambon": Hier in 75001 Paris liegt das Stammhaus von Chanel mit dem Couture-Atelier, in dem noch heute den Kundinnen die Entwürfe von Karl Lagerfeld angepasst werden.

S wie "Stil": Giorgio Armani bewies ihn schon vor seiner Schau am Montag. Er entschuldigte sich via E-Mail bei seinen Gästen, dass sein Defilee von der Chambre verschoben wurde.

T wie "Thimister, Josephus": Der niederländische Designer sollte die Couture-Schauen am Sonntagabend als eingeladenes Mitglied eröffnen.

U wie "Unpünktlich": Die feinen Schauen beginnen fast immer mit Verspätung.

V wie "VIPs": Der Andrang von Prominenten Und Weltstars bei den Couture-Schauen ist immer groß.

W wie "Worth, Charles Frederick": Der Engländer (1826-1895), der 1858 ein Modehaus in Paris eröffnete, gilt als Begründer der Haute Couture. Er war der erste, der seine Modelle mit Namen zeichnete.

X wie "XXL": Übergrößen gibt es auch bei der maßgeschneiderten Haute Couture fast nie. Die Kundinnen investieren ähnlich viel Geld und Zeit in eine perfekte Figur wie in den Kleiderkauf.

Y wie "Yesterday": Manchem erscheint die hohe Kunst der Schneiderei wie von gestern.

Z wie "Zukunft": Für die Haute Couture fraglich angesichts der schwindenden Zahl der Modehäuser, die sich ein teures Atelier leisten.