Kontraste: Handtaschen von Picard (l.) und Versace

Die neuen Accessoires sind individuell und farbig

Große, farbenfrohe Beutel, der Klassiker aus Leder mit raffinierten Applikationen oder leichte Stofftaschen: 2010 ist Stilmix angesagt. "Es geht weg von der einen It-Bag, die jeder haben muss", sagt Stilexpertin Elke Giese vom Deutschen Mode-Institut in Berlin. "Taschen werden wieder zum Accessoire und sind nicht mehr Statussymbol."

Ähnlich wie bei Schals und Gürteln stehen im kommenden Frühjahr und Sommer Muster und Material statt großer Markenlogos im Vordergrund. Entsprechend vielfältig ist das Angebot. Auf der internationalen Lederwarenmesse (ILM) in Offenbach zeigten die Hersteller ihre neuen Kollektionen. "Die kommende Saison ist sehr facettenreich und überrascht durch Lebensfreude", sagt ILM-Sprecherin Eva Schor.

Farb- und Materialmix

So präsentiert Picard seine Produkte nicht nur in den typisch sommerlichen Pastelltönen, sondern auch in kräftigem Orange-Rot und Meerwasser-Blau. Ein fröhlicher Farb- und Materialmix bestimmt auch die Taschenkollektion von Salvador: Sandfarbener Stoff trifft auf hellgelbe und grüne Lederapplikationen. Die Serie "Spring und Party I" bringt das bunte Blumenbeet schon jetzt als Print auf die Tasche.  

"Die Saison ist farbig: Blau-, Rot- oder Pinktöne sowie bedruckte Stoffe und Leder sind ein Trend", sagt Giese. Was Louis Vuitton vor einiger Zeit mit seiner bunt-verspielten Murakami-Kollektion begann, hat sich zu einem Trend entwickelt. Farben und Muster sollen Vitalität ausstrahlen und auf die Trägerinnen übertragen.

Stilberater Andreas Rose aus Frankfurt/Main sagt: "Kleidung und Accessoires sind ein Stimmungsbarometer." Die fröhliche Leichtigkeit des Sommers zeigt sich demnach nicht nur in unserem Gemüt, sondern auch an dem, was wir tragen. Wer vorsichtig anfangen will, kann seine Kleidung mit farbigem Modeschmuck aufpeppen oder ein gemustertes Tuch um den Hals binden.

Viele Farben und natürliches Design 

Auch Prada hält es bunt. Viele der Ledertaschen im klassischen Querformat sind in der kommenden Saison zweifarbig: Der Grundton wird in der Mitte der Tasche durch einen breiten andersfarbigen Streifen unterbrochen. Von Rosa-Rot über Gelb-Blau bis hin zu Braun-Weiß sind hier viele Kombinationen möglich. Die italienische Marke Furla setzt bei ihren Taschen auf Leder im Schlangen-Look. Die meist bauchigen Beutel sind in Naturtönen von Tannengrün über Braun bis hin zu Meerwasser-Blau gehalten.

"Naturliches Design ist in: Leder in Kroko- oder Schlangenoptik wie auch gewaschenes Leder mit Used-Effekten sind ein weiterer Trend", so Giese. Das gilt nicht nur für Taschen. Auch bei Gürteln stehen Material und Struktur im Vordergrund. "Die Gürtel werden in der kommenden Saison wieder über dem Shirt auf Taillenhöhe getragen."

Andreas Rose beschwört den Materialmix: "Zu leichten Sommerstoffen wie Organza passt hartes Leder als Gegensatz." Und mit entsprechenden Accessoires werden alte Shirts wieder topmodisch. So gibt es bei Marc Cain in der kommenden Saison Ledergürtel mit einer großen, trendigen Holzschnalle, die jedes Kleidungsstück zum Blickfang machen.

Rockig, aber elegant 

Neben diesen sommerlich bunten und natürlichen Stilen kommt ein weiterer Trend auf uns zu: Als "rockig, aber elegant" umschreibt ihn Rose. "Viel Schwarz, viel Leder und wieder etwas Lack bestimmen diesen Look." Die Formenvielfalt der Taschen reicht von ultrasoften Beuteln mit gerafften Konturen bis zu akzentuierten, scharf geschnittenen Aktenmappen. "Die Oberflächen glänzen durch metallische Akzente, Matt-Glanz-Kontraste und Laminierungen", sagt Schor.

Einer der Vertreter dieser Trendrichtung ist Versace. Die Taschenkollektion ist in dunkleren Farbschattierungen gehalten. Harte Metall-Applikationen oder große Verschlüsse prägen einige Modelle, andere haben Metallketten als Trageriemen.

Egal ob rockig schwarz oder verspielt bunt: Stil- und Materialmixe sind wieder erlaubt und sogar erwünscht. "Jede Frau muss hier einfach ausprobieren, was ihr steht und so ihren eigenen Stil finden", sagt Rose. Wichtig sei Authentizität. Statt uniform durch die Straßen zu laufen, sollen Frauen ihre Einzigartigkeit mit Hilfe von Accessoires und Taschen unterstreichen.