Die Modewelt liebt Seitenwechsel

Wenn es weiter so läuft, dann gleicht die deutsche Marke comma bald vollends dem Phoenix aus der Asche. In den 90er-Jahren stand sie für Mode mit dem gewissen Etwas im sonst eher braven mittleren Preissegment. Dann wurde es still. Jetzt ist comma massiv wieder da - selbst in Modestrecken elitärer Hochglanzmagazine werden die Entwürfe abgebildet.

Mit zu verdanken hat die Marke ihren flotten Auftritt einer Moderedakteurin. Claudia Delorme, früher Mitarbeiterin der Vogue, dann Modechefin von "Glamour" und stellvertretende Chefredakteurin der Amica, hat die Seite gewechselt. Ein derartiger "Sidestep" schoss das italienische Label Gucci in den 90er-Jahren in den Modehimmel. Designer Tom Ford holte sich damals die von französischen Fashion-Magazinen kommende Stylistin Carine Roitfeld als Beraterin.

Inzwischen ist sie in die Magazinwelt zurückgekehrt - als mächtige Chefredakteurin der französischen "Vogue". Die 2007 gestorbene Modelegende Isabella Blow, Modechefin des britischen "Tatler"-Magazins, beriet Firmen wie DuPont und Lacoste. Grace Coddington, jetzt Modechefin der US-"Vogue", fing bei der britischen "Vogue" an und ging dann als Chefdesignerin zu Calvin Klein. Und der Erfolg der französischen Modemarke Balmain wird nicht nur Designer Christophe Decarnin angerechnet, sondern auch seiner Beraterin, der superschicken "Vogue"-Redakteurin Emmanuelle Alt.