Auch der Mann muss beim Ja-Wort gut ausschauen

Cut geht immer: Die Hochzeits-Outfits für den Mann

Zur Hochzeit wird vom Bräutigam ein glänzender Auftritt erwartet. Der Dresscode setzt auch den Herren klare Regeln. So sei etwa der Frack eine reine Abendkleidung und deshalb für die Trauung ungeeignet, sagt Bernhard Roetzel. Ebenso sei der Smoking für eine Hochzeit "grundverkehrt im Sinne des Erfinders", erklärt der Herrenmode-Experte aus Berlin.

Der Smoking sei für die Abendstunden reserviert, selbst wenn er in den USA heute oft zu Hochzeiten getragen werde und diese Unsitte nach Europa herübergeschwappt sei, so Roetzel. Immer richtig liegt der Bräutigam dagegen mit einem dunklen Anzug. Festlicher und für die Hochzeit erste Wahl ist der Cut. "Das ist eigentlich der klassische Hochzeitsanzug", sagt Roetzel. In Deutschland wird er auch Schwalbenschwanz genannt, wegen des nach hinten geschwungenen Abstichs, der die Beine vorn freilässt. Das Rückenteil der schwarzen oder anthrazitfarbenen Jacke ist rund und reicht bis zu den Kniekehlen. Dazu gehören eine grau-schwarz-gestreifte Hose und eine graue Weste, erklärt Roetzel. Früher trug der Bräutigam den Cut nur zur kirchlichen Hochzeit, auf dem Standesamt begnügte er sich mit einem dunklen Anzug.

Doch seit immer mehr Paare nicht kirchlich heiraten, sei der Cut auch in Standesämtern häufig zu sehen. Im Gegensatz zu Frack und Smoking werde der Cut allerdings nur tagsüber getragen - abends sei er unpassend. Die "bürgerlich entschärfte Variante des Cut" ist laut Roetzel der Stresemann, benannt nach dem früheren deutschen Reichsaußenminister. Der Stresemann vereint gestreifte Hose, schwarzes Sakko und graue Weste. In den 1960er Jahren war er als Hochzeitsanzug in Mode - heute sei er fast verschwunden und "eher eine Kuriosität".

Beliebt sind dagegen spezielle Hochzeitsanzüge, auch wenn sie im Dresscode klassisch betrachtet nicht vorgesehen seien: Anzüge mit diesen Etiketten seien ein "ein Fantasieprodukt der Modeindustrie", sagt Roetzel. Oft sind diese Anzüge in festlichen Farben wie Champagner oder in Goldtönen gehalten, das Rückenteil des Sakkos ist wie bei einem Gehrock verlängert.

Komplettiert wird das modische Hochzeits-Outfit oft durch eine Brokatweste mit Seidenstickereien, Stehkragen und Plastron. Gerade weil sich diese Verzierungen passend zum Hochzeitskleid der Braut auswählen lassen, seien die Anzüge so beliebt, vermutet Roetzel. Schließlich wähle meist die Frau die Hochzeitskleidung für beide aus.