Chirurgen warnen vor gefährlichen Piercings

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Piercings gelten als chic und sexy, immer mehr ihrer Träger müssen jedoch wegen böser Entzündungen ärztliche Hilfe suchen. Experten der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie befassen sich seit Donnerstag auf einer Konferenz in Rostock mit den medizinischen Folgen des Körperschmuck-Booms.

Nach Angaben des Präsidenten der Ärzte-Vereinigung, Ernst Klar, besitzen in Deutschland derzeit 41 Prozent der Frauen und 27 Prozent der Männer von 14 bis 24 Jahren ein Piercing oder Tattoo - viele von ihnen seien über die Risiken des einschneidenden Körperschmucks aber nicht ausreichend informiert.

"Komplikationen aufgrund von Piercings müssen meist operativ behandelt werden", warnte Klar zur Eröffnung der 47. Jahrestagung mit rund 200 Kollegen. Besonders gefährlich seien Zungen-Piercings: "Hier kommt es in jedem vierten Fall zu bedrohlichen Entzündungen oder Einblutungen bis hin zu Erstickungsanfällen", berichtete der Direktor der Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie am Rostocker Universitätsklinikum.

In Einzelfällen sei es durch schwere Entzündungen von Gesichts-Piercings sogar zu Todesfällen gekommen, nachdem sich Infektionen bis ins Gehirn des Patienten ausgebreitet hätten. Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung sind Gefahren bei der Entfernung von Tattoos. Hierüber wollen die Mediziner auch mit Schulklassen diskutieren. Das Kongress dauert bis Samstag.

INFO: www.dgpw2009.de

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