Berliner Fashion Week endete am Wochenende

Eine "lebende Discokugel" und Mode von einem Ex-Chanel-Model: In Berlin ist am Wochenende die sechste Ausgabe der Fashion Week zu Ende gegangen.

Viel Glitzer gab es bei Designer Michael Michalsky, der am Freitag zur "Stylenite" in den Friedrichstadtpalast lud. Dort zeigten neben Michalsky auch Lala Berlin und Kaviar Gauche Kreationen für den kommenden Herbst und Winter. Vor Kaviar Gauche tanzte die Künstlerin Bella Berlin in einem Mosaikspiegel-Anzug zu einem Klaus-Nomi-Musikmix.

Die Michalsky-Präsentation gehörte früher zur Fashion Week auf dem Bebelplatz. Diesmal wählte der umtriebige Berliner, der "Wowi der Mode", für seinen großen Abend einen eigenen Weg. Das Konzept ging aber nicht ganz auf. Das Publikum war etwas genervt von den langen Umbaupausen zwischen den drei Schauen, das Programm bis zum Auftritt der 80er-Jahre-Band Spandau Ballet ("Gold") zog sich.

An der Fassade des Revuetheaters hing ein großes Poster mit Michalsky in Showbusiness-Pose mit Fliege. Modedesigner Wolfgang Joop fand das mutig. "Ich hätte mich das nicht getraut." Joops Outfit: Palästinensertuch, Lappland-Mütze und Bomberjacke. Am Bein trug er die von ihm entworfenen Stützstrümpfe, die man aber nicht so nennen soll: "Kompressionsstrümpfe" seien das. Der Designer gehört zu den Skeptikern, was die Berliner Modewoche angeht, dass er bei Michalsky aufkreuzte, war ein Kompliment für diesen.

Designerin Stine Goya bestritt am Samstagabend das Finale auf dem Bebelplatz: Fließende Stoffe und gedeckte Farben dominierten die Kollektion der Dänin. Bevor Goya in London vor fünf Jahren ihr Modestudium abschloss, lief sie als Model für Chanel und machte Fotoshootings für die "Vogue".

Die Fashion Week wartete diesmal mit 32 Schauen auf, darunter Strenesse Blue, Rena Lange, Frida Weyer, Kilian Kerner, Mongrels in Common und der viel gelobte Newcomer Sam Frenzel. 23.000 Fachgäste kamen, etwas mehr als im Sommer. Der Tourismusverband sprach angesichts der zahlreichen Modeveranstaltungen und Messen in der Stadt von 200.000 Besuchern.

Berlin legt sich modisch weiter ins Zeug und hat einen neuen Wettbewerb für den Designnachwuchs ins Leben gerufen. Die Fashion Week sucht indes nach einem neuen Quartier, weil sich Kritik am Standort am Bebelplatz mehrte. Der Platz war unter den Nazis Ort der Bücherverbrennung, ein Denkmal erinnert daran. Die Jeans- und Streetwear-Messe Bread & Butter im stillgelegten Flughafen Tempelhof will weiter wachsen.

Ein Höhepunkt der Modewoche war die Show von Boss Black im Museum Hamburger Bahnhof: Dort war auch der Promi-Rummel am größten, unter die Gäste mischten sich die Hollywoodschauspieler Hilary Swank und Matt Dillon sowie die zweifache Großmutter Nena. Am Bebelplatz wurde Liliana Matthäus, die Noch-Ehefrau von Lothar Matthäus, gesichtet. Boris Becker, dessen Frau schwanger ist, kam diesmal nicht. Dafür turnte seine Exfrau Barbara bei einer Pilates-Stunde auf dem Messegelände am Funkturm mit.

Bei der Mainzer Designerin Anja Gockel lief Topmodel Alek Wek mit, für die Kollektion von Hausach posierte Eva Padberg. Heidi Klums Schülerin Barbara Meier aus "Germany's Next Topmodel" war bei mehreren Schauen dabei. Bei Lena Hoschek geriet sie ins Stolpern, was sie auf die Titelseiten brachte. War ihr die Panne unangenehm? "Ach, überhaupt nicht", sagte die 23-Jährige. "Das passiert bei einer Modenschau mal."