'Weihnachten ohne Familie'

Opernstar Elina Garanca

'Weihnachten ohne Familie'

Im MADONNA-Talk verrät Garanca, wie Heiligabend in ihrer Familie gefeiert wurde und warum sie dieses Jahr das Fest der Liebe im Hotel verbringt.

(c) Singer, sxcNeben dem Neujahrskonzert gilt „Christmas in Vienna“ (live am 13. 12. im Wiener Konzerthaus, am 20. 12., um 22.10 Uhr wird es auf ORF 2 übertragen) als kultureller Höhepunkt der Vorweihnachtszeit und wird in über 30 Länder ausgestrahlt. Und auch für die weltweit gefeierte Mezzosopranistin Elina Garanca (dieses Jahr singt sie mit Juan Diego Flórez, Paul A. Edelmann und den Wiener Sängerknaben) ist der besinnlich, festliche Liederabend schon lieb gewordene Tradition .

„Geschenke verdienen.“
Doch wie feiert der Opernstar privat und welche Tradition hat Garanca (32) aus ihrer lettischen Heimat mit nach Österreich gebracht? Im Interview mit MADONNA verrät die sympathische Sängerin – Starallüren sind Garanca fremd –, warum sie sich an Heiligabend die Geschenke verdienen muss und heuer im Hotel Weihnachten feiert.

Frau Garanca, wie bedeutend ist für Sie das sogenannte „Fest der Liebe“ privat?
Elina Garanca:
Sehr bedeutend! Denn es ist das Fest, wo die Familie zusammenkommt und alles miteinander teilt. Man lässt das Jahr noch einmal Revue passieren, um Missverständnisse aufzuklären und um Fehler zu verzeihen.

Sie sind in Lettland aufgewachsen. Welche Tradition gab es dort in Ihrer Familie?
Garanca:
Am 24. morgens ist mein Papa immer in den Wald gegangen, um einen Baum zu suchen. Und immer ist er mit dem schönsten des Waldes zurückgekommen (lacht). Währenddessen haben meine Mutter und ich in der Küche alles vorbereitet. Denn es ist bei uns Tradition, dass an Heiligabend neun verschiedene Gerichte auf den Tisch kommen. Im Laufe des Tages werden immer mehr Geschenke unter den Baum gelegt – alle vom Weihnachtsmann! Nach dem Abendessen muss man sich dann seine Geschenke verdienen. Jeder muss etwas vorlesen, singen oder vortanzen. Sehr lustig!

Feiern Sie mit Ihrem Mann, dem Dirigenten Karel Mark-Chichon, in Österreich genauso wie in Ihrer Heimat?
Garanca:
Leider verbringe ich den Heiligen Abend heuer im Hotel, weil ich ab 23. 12. bei einem Livekonzert in Amsterdam bin. Am liebsten würde ich alles so machen wie zu Hause. Zumindest muss ich Kerzen am Baum brennen sehen. Aber ich wäre schon viel lieber bei meiner Familie daheim. Ein Hotel ist immer unpersönlich.

Schon 2007 haben Sie „Christmas in Vienna“ gesungen. Lieb gewonnene Tradition?
Garanca:
Sehr, denn auch für mich beginnt dann die Zeit der Besinnung und des Aussortierens. Vor allem ehrt es mich, wenn Leute nachher zu mir kommen und sagen, mein Singen hätte ihnen Frieden in der Vorweihnachtszeit bereitet.

Ihr Mann steht bei „Christmas in Vienna“ am Pult. Gibt Ihnen das ein Gefühl von Sicherheit?
Garanca:
In dem Moment sind wir kein Ehepaar mehr, sondern nur Dirigent und Sängerin. Aber geborgen fühle ich mich bei ihm immer...