,Wann ich ins Bett gehe, ist beiden egal'

Muttertags-talk

,Wann ich ins Bett gehe, ist beiden egal'

Zerrissen. Zum ersten Mal sprechen Jacqueline und Christina Lugner über ihr neues Leben nach der Scheidung. Einfach ist anders.

(c) Chris SingerEigentlich könnte Jacqueline Lugner ein glücklicher Teenager sein.
Ihre Firmpaten sind der bekannte Schönheitschirurg Artur Worseg und seine schrille Szene-Partnerin Isabella Meus. Den Muttertag feiert sie beim Nobel-Heurigen der Worsegs und nachher geht’s mit Mutter Christina (42) zum Wellness-Urlaub nach Bad Radkersburg, wo Mama im Vitalhotel über eine Art Saisonkarte verfügt.

Doch beim Muttertags-Interview wirkt die zierliche Jacqueline auch traurig. Denn seit der Scheidung ihrer Eltern im Sommer 2007 ist nichts, wie es vorher war: „Ich muss jetzt immer an drei Orten gleichzeitig sein“, drückt „Tschäki“ (14) ihren Kummer über die Trennung vorsichtig aus.

Geständnis
Denn die Verhältnisse seit dem Split seien eher „chaotisch“, so Jacquelines Diktion mit eingeschüchtertem Blick zur Mama, die naturgemäß um strahlende Fassade bemüht ist. Doch im MADONNA-Doppel-Talk zum Muttertag gesteht auch die Neo-Puls4-Moderatorin, dass sie ihrer Tochter zu viel zugemutet hat. Seelenstriptease via TV im ATV-Dauerbrenner Die Lugners seien doch „too much“ gewesen.

Jacqueline, wie würdest du das Verhältnis zu deiner Mutter
bezeichnen? Kumpelhaft?
Jacqueline Lugner:
Mal sehr freundschaftlich, dann wieder klassisch Mutter und Tochter. Es kommt drauf an, welche Laune sie gerade hat.

Kannst du deiner Mutter alles erzählen?
Jacqueline: Also alles sage ich ihr nicht.
Christina Lugner: Und ich dachte, du erzählst mir alles! Denn Jacqueline und ich haben feste Rituale. Eines davon ist, stundenlang bei mir im Whirlpool zu liegen und zu quatschen. Das andere ist, uns am Abend gegenseitig aus unserem Lieblingsbuch vorzulesen (zu Jacqueline): Wie heißt das Buch, hm? Sag’s!
Jacqueline:J (brav) „Der Tag, an dem ich die Socke fand“.
Lugner: ...ja richtig. Außerdem war mir bei der Erziehung die Religion immer wichtig. Sie kann Stütze sein in Zeiten, wo es einem nicht gut geht.
Jacqueline: (wirft ein) Aber ein Nachtgebet haben wir schon länger nicht gemacht!
Lugner: Stimmt. Leider.

Wie teilen Sie sich seit der Scheidung das Sorgerecht um Jacqueline?
Lugner: Das wird ganz genau in der Mitte geteilt. Erst war es so vorgesehen, dass sie eine Woche bei Richard ist und eine  Woche bei mir. Aber das war organisatorisch sehr schwer.
Jacqueline: Jetzt passiert es spontan, ob ich bei meiner Mutter oder meinem Vater bin. Mir ist das manchmal zu spontan. Das wird dann chaotisch.

Wer ist denn strenger?
Jacqueline: Du bist nicht streng, Mama. Papa ist streng. Früher war das umgekehrt.
Lugner: Die veränderte Lebenssituation ist nicht einfach für Jacqueline und insofern bin ich jetzt lockerer geworden. Früher waren mir Noten sehr wichtig. Nach der Scheidung will ich vor allem, dass es ihr gut geht und versuche, ihr den Leistungsdruck zu nehmen.
Jacqueline: Aber der Papa ist jetzt sehr dahinter.

Wie geht es dir denn seit der Scheidung wirklich?
Jacqueline: Früher war es einfacher für mich. Jetzt muss ich an drei Orten gleichzeitig sein. Bei meiner Mutter, meinem Vater, meinem Hund.
Lugner: Dafür hast du jetzt zwei Kinderzimmer.
Jacqueline: Ja, aber ihr schaut beide nicht, wann ich abends ins Bett gehe. Das ist euch beiden ganz egal.
Lugner: (lacht irritiert) Dann führen wir das wieder ein.

Haben Sie ein schlechtes Ge­wissen, weil Sie Jacqueline via ATV monatelang an die
Öffentlichkeit gezerrt haben?
Lugner:
Das war der Grund, warum Richard und ich uns getrennt haben. Weil es too much wurde. Wir hatten keine Zeit mehr für uns. Das möchte ich nie wieder machen.
Jacqueline: Früher hat mir das Spaß gemacht, aber irgendwann nicht mehr. Da hat es genervt, wenn ein Kamerateam mit uns im Urlaub war.

Jetzt ist deine Mutter wieder im Fernsehen. Als Talkshow-Moderatorin. Wie gefällt dir ihre Sendung?
Jacqueline:
Die Sendung schaue ich mir nicht an. Ich vergesse meist drauf.

Wenn du einen Wunsch bei deiner Mutter frei hättest: Was würdest du dir wünschen?
Jacqueline: Dass ich meinen Hund mit zu ihr nehmen darf.

Und Sie, Frau Lugner?
Lugner: Dass sie etwas kooperativer wird. Nein, Jacqueline ist wahnsinnig lieb. Und ich bin so froh, dass ich sie habe. Das verdanke ich meiner Freundin Jeannine Schiller, die mich bestärkt hat, ein Kind zu kriegen, obwohl ich nicht wollte. Und neulich hat Jacqueline mir das schönste Muttertagsgeschenk gemacht. Sie hat gesagt: „Mama, ich bin so stolz auf dich.“
Jacqueline: Ja, aber als du mich gefragt hast, warum, habe ich gesagt: ich weiß es
eigentlich nicht.