Sängerin erbost über die katholischen Kirche

Sinéad O'Connor: "Der Papst sollte abtreten"

Sängerin Sinéad O'Connor erhebt in der Missbrauchsdiskussion massive Vorwürfe gegen die katholischen Kirche.

Im deutschen ARD-Kulturmagazin "ttt - titel, thesen, temperamente" fordert sie, dass Papst Benedikt XVI. wegen der jetzt in Deutschland bekanntgewordenen Fälle aus den vergangenen Jahrzehnten zurücktreten müsse.

"Meiner Meinung nach müsste der Papst abtreten, er ist ja Deutscher, und die Deutschen sollten sich auch dafür einsetzen. Der Mann sollte abtreten und zugeben, dass er falsch gehandelt hat", sagte die Sängerin. "Und wir Gläubigen sollten offen und transparent mitentscheiden dürfen, wen wir als Repräsentanten unserer Kirche haben wollen." Schon in ihrer irischen Heimat hat sich die Sängerin, die selbst von ihrer Mutter missbraucht wurde, für die Aufklärung der Missbrauchsfälle eingesetzt.

Die Kirche habe die Missbrauchsfälle jahrelang von ganz oben herab vertuscht. Deshalb sollten Strafuntersuchungen jetzt besonders gegen den Vatikan eingeleitet werden, so O'Connor weiter. Ermittelt werden solle außerdem gegen jeden einzelnen Bischof, der von den Missbrauchsfällen wusste und nichts unternommen hat, als Vorbild nannte sie die USA. O'Connor ist erbost über die Kirche, von der sich die ehemalige Theologiestudentin verraten fühlt: "Es gibt viel Gutes im Katholizismus. Der Glaube ist ein Trost für viele Menschen. Aber die Leute, die den Laden leiten, scheinen gar nicht wirklich an Gott zu glauben; zumindest benehmen sie sich so, als gäbe es keinen Gott, der von oben zusieht."