Salzburgs Cliquen

Festspielstadt in Frauenhand

Salzburgs Cliquen

(c) wild bildDie hohe Kunst spielt beim Nobelfestival an der Salzach die erste Geige. Und nur wer eine der heiß begehrten Premierenkarten sein eigen nennen kann, gehört zur illustren Gesellschaft der Mozartstadt.

Mindestens so bedeutsam wie bei einer Opernpremiere – im Parkett möglichst mittig und vorn sitzend – gesichtet zu werden, sind die auf teuerstem Büttenpapier gedruckten und Monate im Voraus verschickten Einladungen zu den exklusiven Events, die Salzburgs ­Society fünf Wochen lang in Atem halten.

Kein Tag vergeht ohne rauschende Feste und glanzvolle Empfänge. Salzburgs Society-Damen haben jedenfalls bis Ende August einen randvollen Terminkalender, der dem eines Top-Managers gleicht. MADONNA kennt die Netzwerk-Cliquen, das „Who’s who“ der mächtigen Salzburger Ladys.

Die noble Clique
Salzburgs Frauencliquen sind hochkarätig besetzt und an einer Hand abzuzählen. Der nobelste Zirkel wird von Fürstin Marianne zu Sayn-Wittgenstein-Sayn angeführt. Eine Einladung zum sonntäglichen Mittag­essen in ihr Jagdhaus bei Fuschl gilt noch immer als Ritterschlag und ist bei manchen begehrter als jede Premierenkarte. „Auch wenn es für mich furchtbar viel Arbeit bedeutet, einhundert Gäste zu bekochen“, so die Fürstin etwas atemlos, „erfreue ich mich immer wieder daran, dass ich das Privileg genieße, streng ausgewählte Freunde aus der ganzen Welt auf ein bodenständiges Essen zu mir einladen zu können.“

Die Herzensfreundinnen der Fürstin, Dirigentenwitwe Eliette von Karajan, Renate Thyssen-Henne und die Ehefrau des Ex-Direktors der Nobelherberge Goldener Hirsch Sophie Walderdorff müssen auch heuer nicht bangen. Wie jedes Jahr stehen sie auf der Einladungsliste obenauf.

Die Wiener Clique
Mit Schwammerl und Knödel – einem so einfachen Essen wie dem legendären Rehgulasch, das die Fürstin ihren Gästen kredenzt – hat sich Elisabeth Gürtler zur beliebtesten Gastgeberin Salzburgs entwickelt. Mit den Managergattinnen und Netzwerkerinnen Vita Liebscher, Silvie Klien und Eva Hampel an ihrer Seite ist die Sacher-Chefin der Kopf der „Wiener“-Clique in Salzburg.

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Die mächtige Clique
Während die Wienerinnen Salzburg nur während der Festspielzeit beehren, haben eingesessene Salzburgerinnen die Stadt auch während des Jahres im Griff. Allen voran das Kleeblatt um Kunsthändlerin Eva von Schilgen.

In ihrem Netzwerk sind die mäch­tige Protokollchefin der Salzburger Festspiele Suzanne Harf, die Kommunikationsexpertin Michaela Schneider-Manns Au sowie die Vorstandsvorsitzende der Salzburger Aluminium AG Waltraud Wöhrer. „Wir haben schon vor Jahren erkannt, dass Frauen Netzwerke brauchen“, sagt von Schilgen, „und die Festspiele bieten uns einen ­exklusiven Rahmen um Kontakte zu knüpfen.“

Die Business-Clique
Geschäftlich miteinander vernetzt und gern gesehene Gäste sind auch Donum-Chefin Erika Swarovski, Immobilienmaklerin Marlies Muhr, Autorin Hera Lind sowie die einflussreiche PR-Lady Bettina Lorenzoni. „Es immer schön, Freunde und Bekannte zu treffen. Allerdings suche ich mir aus Zeitmangel gezielt aus, was ich mir ansehe und welche Events ich besuche“, so Letztere.

Die junge Clique
Gelegenheits-Festspielbesucherinnen sind Cora Schumacher, Katja Zickler und Martina Friesacher. „Es gibt zu wenig junge Leute in Salzburg“, klagt etwa Friesacher. Ihre Freundinnen Schumacher und Zickler wollen zur „Frische in Salzburg“ beitragen, indem sie nächste Woche eine Modeboutique in der Altstadt eröffnen. „Die Festspiele brauchen frischen Wind“, so Zickler. Zumindest modisch soll er künftig noch stärker als bisher wehen.
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