"Patrick ist ein Kämpfer!"

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"Patrick ist ein Kämpfer!"

Patrick Swayze ist an Krebs erkrankt. Die österreichische Film-Produzentin Lilly Berger über seinen Kampf und die Hilfe seiner Frau.

Als Tanzlehrer Johnny in Dirty Dancing wurde er Kult, jede Frau wollte sein „Baby“ sein. Patrick Swayze galt als Frauenschwarm gleich mehrerer Generationen. Vor zwei Wochen dann die Schocknachricht:  Der 55-Jährige ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt.

Swayze in Österreich
2006 hatte Swayze in Österreich gearbeitet, hier wurde das Leben des legendären jüdischen Fotografen Philippe Halsman verfilmt. Lilly Berger, 46, die Produzentin des Films Jump, ist eine enge Freundin von Patrick Swayze geworden.
Im MADONNA-Interview spricht Berger über Swayzes tragische Erkrankung und da­rüber, wer ihm zur Seite steht.

Frau Berger, Sie stehen seit Ihren gemeinsamen Dreharbeiten 2006 in engem Kontakt zu Patrick Swayze und seiner Frau.  Wie haben Sie von seiner Krebserkrankung erfahren?
Lilly Berger:
Wir haben in den letzten Wochen viel miteinander geredet, weil wir die Premiere für Jump am 16. April vorbereitet haben. Einen Tag bevor die Pressemitteilung über seine Erkrankung herauskam, habe ich nachts eine E-Mail von seiner Frau Lisa bekommen. Sie hat mir geschrieben, dass Patrick sehr krank ist, dass es aber nicht so schlimm wäre, wie es die Medien sagen. Doch sie hat gemeint, dass sie wahrscheinlich nicht zur Premiere kommen können. Ich war so schockiert!

Wissen Sie, wie es ihm jetzt gerade geht?
Berger:
Ich habe kurz nach dieser E-Mail mit beiden telefoniert und als er mit mir gesprochen hat, sagte er: "Mach dir keine Sorgen, ich bin noch nicht gestorben." Außerdem hat er betont, dass er nicht alleine ist und Lisa immer an seiner Seite hat. Das hat mich sehr berührt.

Sie haben seine Frau Lisa auch während der Dreharbeiten kennengelernt?
Berger:
Ja, sie war die sechs Wochen mit dabei in Österreich. Wir haben viel miteinander unternommen, besonders an drehfreien Tagen. Das, was die beiden haben, ist eine echte Ausnahme-Ehe für Hollywood. Die beiden verstehen sich so gut, sind so fröhlich miteinander.

Wissen Sie, wie Patrick Swayze medizinisch behandelt wird?
Berger:
So weit ich weiß, wird er von den besten Ärzten betreut und ist in ständiger Behandlung. Aber er ist zu Hause. Er liest auch Drehbücher – wir haben wieder ein gemeinsames Projekt vor, diesmal eine dramatische Liebesgeschichte.

Wie ist es eigentlich zu der Besetzung für den Film "Jump" gekommen? Bisher kannte man Patrick Swayze bei uns ja eher aus Unterhaltungsfilmen.
Berger
: Ich kannte Patrick von früher und ein Castingagent hat ihm das Drehbuch gegeben. Zwei Tage nachdem er das Buch hatte, hat er schon zugesagt. Patrick hat ein anspruchsvolles Drehbuch gesucht. Er ist nicht jemand, der für 20 Millionen Dollar irgendeinen Quatsch dreht. Auch die Tatsache, dass in Österreich gedreht wurde, hat ihm gut gefallen.

Ist er Ihrem Eindruck nach ein Kämpfer?
Berger:
Ja, unbedingt. Er ist ja auch ein Tänzer und Tänzer sind üblicherweise wahnsinnig disziplinierte Menschen. Das hat auch auf seine ganze Lebensweise abgefärbt. Er isst wenig, sehr gesund, viel Bio. Er setzt sich auch intensiv mit Umweltschutz auseinander, betreibt etwa Ökoprojekte auf seiner Farm. Und er ist kein Kettenraucher, wie man sich erzählt, sondern ein Genussraucher, der vielleicht zwei Zigaretten am Abend raucht.

Er lebt also auf einer Farm und nicht in Hollywood?
Berger:
Ja, in New Mexico. Mit vielen Tieren wie Hunden und Pferden, er ist ein großartiger Reiter. Also in guter Umgebung, mit viel frischer Luft.

So wie es aussieht, wird die Filmpremiere nun ohne Patrick Swayze stattfinden?
Berger:
Ja, ich hätte sie zwar verschoben, aber Patrick wollte das nicht. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch findet die Premiere hier bei uns statt. Das ist sein persönliches Dankeschön an Österreich.