"Nanga Parbat" sorgt Nach Kinostart für Streit

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Kurz nach seinem Kinostart sorgt der Film "Nanga Parbat" von Joseph Vilsmaier für Streit.

Der Sohn des Expeditionsleiters von 1970 sieht seinen Vater in nicht akzeptabler Weise in dem Film verunglimpft und verlangt eine Richtigstellung und Entschuldigung.

"Ich empfinde die Darstellung meines Vaters als Schmähung und Verunglimpfung", sagte Klaus Herrligkoffer in München. Sein Vater, der damalige Expeditionsleiter Karl Maria Herrligkoffer, werde in dem Film als in den Ideen der 1930er Jahre steckengebliebener Deutscher gezeichnet, der die Philosophie von Blut und Boden weiterverfolge. Herrligkoffer forderte Senator-Film auf, in einem Vorspann zum Film klarzustellen, dass reale Personen aus dramaturgischen Gründen stark verändert dargestellt seien - und dass Senator dies bedauere.

Bei der Expedition von 1970 hatten die Brüder Reinhold und Günther Messner als erste über die extrem schwierige Rupalwand den 8125 Meter hohen Gipfel des Nanga Parbat erreicht. Doch nur Reinhold kehrte lebend zurück. Mehrere Expeditionsteilnehmer kritisierten, der Film, dessen Entstehung Reinhold Messner als Berater begleitete, verzerre und verfälsche die Ereignisse von damals. Es seien einerseits Dinge hinzugefügt, andererseits Dinge weggelassen worden. Insbesondere bei zwei gestorbenen Teilnehmern bedeuteten die ihnen in den Mund gelegten Dialoge eine Verunglimpfung. Es gehe um ihre Ehrenrettung, sagte der Vorsitzende der Herrligkoffer-Stiftung, Manfred Sturm.

Messner hatte Herrligkoffer damals wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung angezeigt. Das Verfahren wurde aber nach 15-monatigen Ermittlungen eingestellt. Es sei damit erwiesen, dass seinen Vater keine Schuld treffe, betonte Klaus Herrligkoffer. Dennoch klinge der Vorwurf in den Film erneut an.

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