Michael Jackson wurde in einem goldenen Sarg begraben.

In LA

Michael Jackson wurde beigesetzt

2 Stunden Verspätung +++ TV-Übertragung abgebrochen +++ 200 Gäste.

Mit fast zweistündiger Verspätung hat die Trauerfeier für Michael Jackson auf dem Prominenten-Friedhof Forest Lawn begonnen, wo der vor zehn Wochen verstorbene King of Pop beigesetzt wurde. In bester Tradition ließ Jacksons Familie die rund 200 Trauergäste bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius warten, darunter Stars wie Elizabeth Taylor oder Stevie Wonder. Anders als bei der öffentlichen Trauerfeier Anfang Juli in Los Angeles wollte die Familie die Beisetzung im privaten Rahmen halten, Bilder gab es nur bis zum Beginn der Feier.

Übertragung abgebrochen
Ursprünglich sollte die Trauerfeier mit Anbruch der Dämmerung um 19.00 Uhr (04.00 Uhr MESZ) beginnen. Doch die Autokolonne von Jacksons Mutter Katherine, den Kindern und seinen Geschwistern verließ das Anwesen der Familie erst lange nach dem geplanten Beginn. Eine Ewigkeit lang verfolgten die Kameras aus der Luft die Fahrt der schwarzen Luxuslimousinen zum Friedhof.

Lebensgroße Poster
Erst bei der Ankunft der Familie mit mehr als einstündiger Verspätung wurden Bilder der Trauernden aus nächster Nähe gezeigt. Die TV-Übertragung brach abrupt ab, als die Limousine mit dem goldenen Sarg des King of Pop vorfuhr und sich seine Brüder anschickten, ihn auf die Terrasse zu tragen. Dort hatte die Familie ein Meer von weißen Blumen arrangieren und Poster mit lebensgroßen Fotos ihres berühmten Sohnes aufstellen lassen.

Davor war zu sehen, wie Jacksons Kinder - der zwölfjährige Prince Michael, die elfjährige Paris und der siebenjährige Prince Michael II. - als erste der Angehörigen ihrem Wagen entstiegen und sich zu den wartenden Trauergästen auf die Terrasse vor dem Mausoleum gesellten, wo die Trauerfeier stattfand. Michaels Söhne Prince und Blanket sowie seine Brüder trugen schwarze Trauerbinden und rote Krawatten. Vater Joe Jackson hatte einen schwarzen Hut aufgesetzt.

Bildsequenzen auf CNN
Die Zeremonie wurde von der Polizei weiträumig gesichert. Vorfälle gab es nicht. Alles sei ruhig, erklärte die Polizei von Glendale. Große Scheinwerfer und eine Kamera, die an einem Kran über der Feier hing, schienen daraufhinzudeuten, dass die Bilder für die Jackson-Dokumentation "This Is It" verwendet werden sollten. Kurze Bildsequenzen waren auf CNN zu sehen.

200 Gäste
Neben den Angehörigen waren nur enge Freunde und Wegbegleiter eingeladen, darunter Stars wie Liz Taylor, Aretha Franklin, Macaulay Culkin, Gladys Knight und Stevie Wonder. Auch Lisa Marie Presley kam, um Abschied von ihrem Ex-Mann zu nehmen. Jacksons zweite Frau, die Krankenschwester Debbie Rowe, blieb der Feier jedoch trotz einer Einladung fern.

Neunseitige Einladung
Die Trauergäste hatten eine neunseitige Einladung erhalten mit cremefarbenem Einband und Hochglanzfotos, die Jackson als Kind und als Erwachsenen auf seiner einst so geliebten Neverland-Ranch zeigen. Die erste Seite der Einladung zierte ein Spruch aus Michaels Buch "Dancing The Dream" von 1992: "Wenn Du Dein Leben mit der Gewissheit beginnst, dass Du geliebt wirst, und es mit dem gleichen Wissen beendest, kann Dir die Zeit dazwischen nichts anhaben."

In der Einladung wurde laut CNN auch darauf verwiesen, dass die Gäste nach der Beisetzung in einem italienischen Restaurant im rund 13 Kilometer entfernten Pasadena erwartet werden.

In Frieden ruhen
Auf der Feier sprach auch der Bürgerrechtler Al Sharpton, Gladys Knight sang ein Lied für den King of Pop. Sharpton teilte dann auf seiner Twitter-Seite mit, dass Jackson beigesetzt worden sei. Jackson ruht nun im Großen Mausoleum an der Seite von Hollywood-Stars wie Clark Gable, Jean Harlow und W.C. Fields.

Die Promi-Reporterin Lisa Burk, die über die Gräber von Prominenten bloggt, erklärte, dass der Friedhof eine gute Wahl sei, um Jackson in Frieden ruhen zu lassen. "Es war unmöglich, dort hineinzukommen", sagte Burk. "Das war es vorher und das wird es jetzt erst recht sein."

Fans: "Wollten in der Nähe sein"
In einiger Entfernung von der Feier versammelten sich vor den Absperrungen etliche Fans, um Abschied von Michael Jackson zu nehmen. Einige kamen schon Stunden vor der Beisetzung. "Viel zu sehen gibt es nicht", erklärte Gregg Harris aus Irvine in Kalifornien. "Ich wollte einfach in der Nähe sein. Vielleicht kann ich die Familie sehen."

Jackson war am 25. Juni im Alter von 50 Jahren überraschend in Los Angeles gestorben. Nach wochenlangen Spekulationen hatte die Gerichtsmedizin von Los Angeles in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass der Popstar an einem tödlichen Cocktail aus sechs verschiedenen Beruhigungsmitteln starb. Als primäre Todesursache machten die Mediziner "akute Vergiftung" durch das Narkosemittel Propofol aus.

Propofol wird zur Anästhesie bei Operationen eingesetzt, für den Privatgebrauch ist es nicht zugelassen. Noch ist unklar, ob nach dem Untersuchungsergebnis Anklage gegen Jacksons Leibarzt Conrad Murray erhoben wird. Der Kardiologe gab an, er habe Jackson auf dessen Verlangen die Schlafmittel verabreicht.