‚Meine Kids finden mich peinlich'

Star-Talk

‚Meine Kids finden mich peinlich'

(c) Photo Press Service, www.pps.atSo kühl, so klug, so rätselhaft. Die zweifache Oscar-Preisträgerin Jodie Foster („Das Schweigen der Lämmer“) kultivierte bislang das Klischee der Unnahbaren. Anlässlich ihres neuen Films "Die Insel der Abenteuer" präsentiert sich die 45-jährige Aktrice, Produzentin, Regisseurin und Mutter neu: Im Film beweist sie erstmals seit 15 Jahren ihr komödiantisches Talent, im MADONNA-Talk gibt sie sich ungewohnt locker und offen.

Feministin mit Phobien

Lediglich zwei Tabuthemen sind für einen entspannten Talk mit Jodie Foster zu respektieren: Über die Identität des Vaters ihrer beiden Söhne Charles (9) und Kit (6) spricht die Schauspielerin ebensowenig wie über ihre aktuelle Lebenspartnerin. Gerüchten zufolge hat sie Freundin Cidney Bernard für Drehbuchautorin Cynthia Mort verlassen.

Erfrischend offen outet sie ihre Phobien, Erziehungstricks und ihr Resümee nach 42 Jahren in der Film-Fabrik, wo sie bereits als Dreijährige in einem TV-Werbespot durchstartete.

Sie 15 Jahre nach „Maverick“ wieder in einer Komödie zu sehen ist eine schöne Überraschung. Wie kam es dazu?
Jodie Foster:
Ich wollte schon lange wieder etwas Helleres, Spaßiges machen. Ich bin selbst eine fröhliche Person, nicht wie die depressiven Figuren, die ich immer darstelle.

In „Insel der Abenteuer“ spielen Sie eine neurotische Autorin. Welche Ticks haben Sie?
Foster:
Einige! Ich fürchte mich vor Hauskatzen, wenn sie die Augen aufreißen, bevor sie springen. Ich bin ein Diktator, was meine Cappuccino-Maschine betrifft. Niemand darf sie anrühren, weil niemand sie so gut putzt wie ich. Ich falte meine Handtücher drei Mal, da maulen meine Kids. Deswegen haben die ihre eigenen, völlig zerknüllten. (lacht)

Gefällt Ihren Söhne der Film?
Foster:
Gut sogar! Sie lieben Abenteuer. Wir unternehmen oft Natur-Trips, bei denen wir technisches Gerät zu Hause lassen. Das ist ein Ausgleich zum Alltag, die Kids lernen dabei viel. Peinlich war ihnen, dass sich ihre Mama im Film lächerlich macht.
Mein Älterer meinte: „Die lachen über dich!“ Es war das erste Mal, dass sie mich in einem Film sahen. Bisher hatten sie keine Ahnung, woher das Geld kommt!

Welche Rolle spielt Emanzipation bei der Erziehung Ihrer Söhne?
Foster:
Ich habe kein Problem damit als Feministin bezeichnet zu werden.
Das ist ein großes Wort, das nichts anderes als Humanität bedeutet. Unter diesem Aspekt sind geschlechtsspezifische Rollenmodelle kein Problem. Mir selbst geht es auch nicht darum starke Frauen zu spielen, sondern starke Personen. Was Emanzipation angeht, sollten Männer sich über Frauen freuen, die sich selbst beschützen und versorgen. Das beschert den Männern mehr Freiheit und Freizeit.

An ihrer Seite spielt im neuen Movie die erst 12jährige Abigail Breslin. Sehen Sie Unterschiede zum eigenen Start als Kinderstar?
Foster:
Was das Drumherum angeht, ja. Heute ist es schwieriger, nicht gleich durchzuknallen. Paparazzi sind überall, der Druck ist größer. Ich selbst würde nie wieder Teenager oder Twen sein wollen, das war mir zu anstrengend.

Nochmal jung zu sein gilt doch als gängiger Wunsch?
Foster:
Nicht für mich. Ich habe auch nicht das Gefühl alt zu werden. Ich bin heute zufriedener, denn je weil ich mich selbst besser kenne. Die Art wie ich aufgewachsen bin, hat Schäden verursacht: Ich war stoisch, hatte nie leichten Zugang zu meinen Emotionen.

Hat sich das geändert?
Foster:
Nur meine Sichtweise darauf. Die Leute glauben, ich bin klar und gefestigt, aber um klarzukommen, muss ich mein Leben in Teile trennen: Schauspielerin, Regisseurin, Privatperson. Natürlich bin alles ich, also das schizophren.

Das verbergen Sie gut.
Foster:
Ja, nun seit 42 Jahren! Hätte ich so lange in einer Fabrik gearbeitet, würden Sie sagen „Oh, das tut mir leid!“

Das Filmbusiness ist ja auch eine Art Fabrik.
Foster:
Stimmt. Und wissen Sie was? Geht es danach, was ich als anstrengend empfinde, dann verdiene ich 10 Dollar pro Film, aber Millionen für das Geben von Interviews.
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