Lisi Polsters Scheidungsbilanz

‚Ich bin kein Luxusweib!‘

Lisi Polsters Scheidungsbilanz

Schlusspfiff. Nun sind die Polsters getrennte Leute. In MADONNA erklärt Lisi, wie die Sieben-­Wochen-­Scheidung wirklich lief.

(c) BieniekJede Trennung führt auch über den Kriegspfad“, weiß Scheidungsexpertin Dr. Kristina Köck (38). In nur sieben Wochen gelang es der Topanwältin und MADONNA Leading Ladies-Netzwerkerin, die inzwischen legendäre „Polsterschlacht“ zwischen dem Star-Kicker und seiner Frau ­Lisi (42) einvernehmlich beizulegen. Am Dienstag trennten sich nach der letzten Scheidungsverhandlung für immer ihre Wege.

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In MADONNA zieht die zweifache Mutter Bilanz über ihren Rosenkrieg. Und zusammen mit Anwältin Köck stellt Lisi Polster klar, warum ihre Forderungen an Toni mehr als gerecht sind.

Frau Polster, im Zuge Ihres kurzen, heftigen Scheidungskrieges wurden Sie einerseits als „naive“, andererseits aber auch als „gierige“ Ehefrau dargestellt. Was denn nun?
Lisi Polster:
Beides hat mich hart getroffen. Deshalb will ich jetzt auch etwas dazu sagen: Ich bin nicht gierig, weil ich von meinem Mann viel mehr verlangen könnte. Ich möchte nur so viel, dass ich keine Existenzängste haben muss. Und natürlich wusste ich immer von Tonis Häusern. Schließlich habe ich jahrelang seine Buchhaltung gemacht. Ich habe auch nie abgestritten, das zu wissen. Naiv bin ich sicher nicht – auch wenn ich jahrelang „nur“ Hausfrau und Mutter war. Toni wollte das auch immer so. Aber, was ich bitter finde: Ich bin bereit, das Feld zu räumen, in einer kleineren Wohnung in einem bescheideneren Bezirk zu leben, und werde als geldgeiles Luxusweibchen dargestellt.

Dr. Kristina Köck: Frau Polster blieb 18 Jahre lang zu Hause und hat ihrem Mann seine Karriere ermöglicht. Nach knapp zwanzig Jahren ohne Beruf ist eine Frau am Arbeitsmarkt praktisch unvermittelbar, daher muss sie nach einer Scheidung abgesichert sein. Das wollte ich gewährleisten.

Sie haben mit einer einstweiligen Verfügung seine Vermögenswerte „eingefroren“.
Dr. köck:
Ja, um zu verhindern, dass bestehende Vermögenswerte verbraucht, seine Wohnungen belastet oder verkauft werden. In so einem Fall sehen Männer meist rot.

Polster: Dabei wollte ich ihm ja nie etwas wegnehmen! Aber ich will nicht mit weniger als mir zusteht, abgespeist werden und mir überlegen müssen, ob ich meinem Sohn eine Hose kaufen kann. Hätte ich den letzten Ehevertrag akzeptiert, wäre ich mir wirklich über den Tisch gezogen vorgekommen. Den hätte ich gar nicht unterschreiben dürfen. Genau das habe ich auch Toni erklärt und dutzendfach vorgebetet. Das, was ich jetzt kriege, war das, was ich immer wollte! Das hätte er auch einfacher haben können. Aber Toni glaubt trotzdem weniger zu haben, als er tatsächlich hat. Sogar unsere Tochter hat gesagt: „Warum machst du nicht halbe-halbe, Papa? Das wäre doch nur gerecht.“

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Am Dienstag war die einvernehmliche Scheidung. Sie sollen 3.000 Euro Unterhalt für zehn Jahre, eine Wohnung und die Pensionsversicherungszahlungen bekommen. Sind Sie damit zufrieden?
Polster:
Absolut! Und es wird keine teure Wohnung in Hietzing oder Döbling, sondern eine im sechsten Wiener Bezirk.

Dr. Köck: Ich habe selten so bescheidene Mandantinnen. Frau Polster hätte Unterhalt für die nächsten 40 Jahre kriegen können. Dann hätte man jahrelang weitergestritten, um noch mehr raus zu bekommen. Aber Frau Polster muss nachher mit der Scheidung leben – und nicht ich. Für sie passt es.

Polster: Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht jemand bin, der Krieg führen will.

Vor Gericht wurden Sie mitunter auch sehr emotional...
Polster:
Ja, das ist richtig (Lisi Polsters Augen füllen sich mit Tränen). Wenn man so viele Jahre zusammen verbracht hat, prägt das... Vieles tut noch immer sehr weh. Es gibt ja auch eine Vorgeschichte.

Sie sprechen die Untreue Ihres Mannes an?
Polster:
Das war eigentlich gar nicht mehr das Thema, das weiß man ja so wieso. Nein, da waren auch viele andere Dinge, die mich sehr verletzt haben. Der Versuch, unsere Ehe zu retten, ist gescheitert, weil wir nicht zusammen für das Gleiche gekämpft haben. Ich glaube, der Toni wollte nicht sehen, dass ich mich weiterentwickelt und heute andere Interessen als früher habe. Auch wäre mir lieber gewesen, wir hätten mehr Abende zu zweit verbracht und nicht immer bei oberflächlichen Society-Veranstaltungen. Er hat das nicht verstanden. Die Zeit nach der Scheidung wird für mich auch schwer. Ich muss mich komplett umgewöhnen, denn die Trennung bedeutet für mich ja ein Scheitern (wieder fängt Lisi Polster an zu weinen).

Frau Polster, wie findet man in so einer Situation die richtige Rechtsvertretung?
Polster:
Eine gute Freundin wurde selbst gerade geschieden und hat mir Frau Dr. Köck empfohlen. Es muss ja auch menschlich passen.

Dr. Köck: Wichtig ist, dass man den Klienten die Angst nimmt. Es gibt immer eine Lösung, aber erst geht es kurz über den Kriegspfad, sprich formell: über den Gerichtsweg. Allgemein rate ich: Lasst euch nicht anmerken, dass ihr beim Anwalt wart. Geht nach Hause und kocht ihm den Kaffee wie immer. Man muss sich jeglichen Anspruch sichern und darf der Gegenpartei nicht die Möglichkeit geben, Vermögen aus dem Weg zu räumen, indem man sie vorwarnt.

Frau Dr. Köck, Sie wollen selbst noch in diesem Jahr heiraten. Wer hat denn Ihren Ehevertrag aufgesetzt?
Dr. Köck:
(lacht) Ich habe keinen Ehevertrag. Ich glaube ja noch an die Liebe. Und die Durchsetzbarkeit von Eheverträgen bezweifle ich ohnehin.

Frau Polster, können Sie sich eine zweite Ehe vorstellen?
Polster:
Nein, sicher nicht. Aus dieser Ehe und dieser Scheidung habe ich gelernt.