"King of Rock'n'Roll": Elvis Presley wäre 75

Mit Schlafzimmerblick, Schmollmund und laszivem Hüftschwung versetzte er Mädchen und Massen in Ekstase. Seine vom Rhythm & Blues sowie Gospel geprägte Musik sprengte die Rassenschranken. Elvis Presley machte den Rock'n'Roll hoffähig. Am 8. Jänner wäre der Entertainer 75 Jahre alt geworden.

Vor seinem Tod am 16. August 1977 aber geriet er zur Parodie seiner selbst. Bei seinen letzten Konzerten erregte der einst gefeierte Superstar schwitzend in juwelenbesetzten Kostümen eher Mitleid. Mit 42 Jahren starb Elvis verfettet, vereinsamt und drogenabhängig auf seinem Luxusanwesen Graceland. Sein Leben war der Inbegriff des amerikanischen Traums. Die Geschichte von einem weißen Jungen aus der Arbeiterklasse des amerikanischen Südens, der es auf den absoluten Gipfel des Ruhms geschafft hatte.

Elvis Aaron Presley kam am 8. Januar 1935 in ärmsten Verhältnissen in Tupelo im US-Bundesstaat Mississippi zur Welt. Sein Zwillingsbruder wurde tot geboren. Umso enger war das Verhältnis zwischen Mutter Gladys und dem einzigen Sohn. Vater Vernon war oft arbeitslos und wurde wegen Scheckbetrugs verurteilt. Die Familie konnte sich nur mühsam über Wasser halten. 1948 zog sie in eine Sozialbauwohnung in die Musik-Metropole Memphis.

Elvis übte meist in der Waschküche Gitarre, wo ihn niemand hören konnte. Im Sommer 1953 wagte er sich mit ein paar Dollar in der Tasche ins "Sun Studio" in Memphis und nahm ein paar Songs auf, die niemanden recht überzeugen. Ein Jahr später jedoch entstand dort bei einer nächtlichen Session die Hit-Single "That's All Right Mama". Im Herbst 1955 wurde Elvis über Nacht zum Star. Der größte US-Schallplattenkonzern RCA kaufte ihn für 35.000 Dollar aus seinem Vertrag mit "Sun" heraus und produzierte mit "Heartbreak Hotel" und "Hound Dog" Millionen-Hits.

Hollywood rief und es folgten Spielfilme wie "Love Me Tender" und "King Creole". Während seiner zweijährigen Militärzeit in Deutschland lernte Elvis die erst 14 Jahre alte Priscilla kennen. Nach seiner Rückkehr in die USA knüpfte er an den früheren Erfolg an, trat aber kaum noch live auf, sondern drehte einen Film nach dem anderen. 1967 heiratete er die inzwischen volljährige Priscilla, im Jahr darauf kommt die Tochter Lisa Marie zur Welt.

Erst 1968 wagte Elvis das musikalische Comeback in einer Fernsehshow beim Sender NBC. Dies sei das beste, was er je geleistet hatte, sagt eElvis später über seinen Auftritt und geht mit neuem Elan auf Tournee. 1973 brach das via Satellit übertragene "Aloha-Konzert" auf Hawaii weltweit mit mehr als einer Milliarde Zuschauer alle Rekorde. In der Blüte der Hippiezeit schaffte es der Sänger mit Koteletten, dunkler Sonnenbrille und weißen Overalls immer noch, Millionen mit seinen glitzernden Shows zu überzeugen.

Doch die langen Konzertreihen in Las Vegas ging Elvis' Kraft zu Ende. Fast zeitlebens war er von Amphetaminen und anderen Pillen abhängig. Als Priscilla ihn verließ, ging es rapide bergab. Junk Food, Tablettensucht und Einsamkeit forderten ihren Tribut. Er hatte Affären, einen spielsüchtigen Manager und einen großen Kreis schmarotzender Freunde, die sogenannte Memphis-Mafia.

Am 16. August 1977 fand ihn seine damalige Freundin Ginger Alden leblos im Badezimmer von Graceland. Alle Wiederbelebungsversuche scheiterten. Die Fanwelt ist erschüttert. Hunderttausende pilgerten nach Memphis, um einen Blick auf den offenen Sarg zu erhaschen. Zu seinem 75. Geburtstag kanen die Pilgerströme auch jetzt wieder an den Wallfahrtsort. Denn der Junge aus dem Ghetto von Tupelo, der "King of Rock'n'Roll", war für sie unsterblich.

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