Dominic Heinzl mit der Romy

ATV steigt aus

Heinzl: TV-Krieg um seine "Romy"

ATV hat die Nase voll. Wegen Gerüchten um "unsaubere Votings" bei Heinzl-Wahl zieht der Sender seine Stars vom TV-Preis zurück.

Auf der "Romy"-Gala in der Wiener Hofburg war es vergangenen Samstag das heißeste Gesprächs-Thema. Hat er - oder hat er nicht? Dominic Heinzl soll höchstpersönlich dafür gesorgt haben, dass nicht ATV-Moderator Volker Piesczek ("Life") den TV-Preis gewinnt - sondern er selbst. Gestern der Paukenschlag: ATV gab bekannt, sich von der "Romy" völlig zurückzuziehen - keine Berichte mehr, kein Moderator wird sich mehr dafür bewerben. "An Gerüchten ist immer was dran und deshalb schenke ich den Gerüchten ein bisserl Glauben, dass das Voting für Heinzl nicht ganz sauber gelaufen ist," sagt ATV-Programmdirektor Martin Gastinger zu ÖSTERREICH.

Hintergrund: Laut Insidern soll Neo-ORF-Mann Heinzl beim ursprünglichen Voting sogar nur auf Platz 3 gelandet sein, noch hinter Puls4-Moderator Norbert Oberhauser. Sieger: Volker Piesczek, was insofern pikant ist, weil er auf ATV das Nachfolge-Magazin von Heinzl moderiert.

ATV tobt: "Keine Chance, das ist einfach traurig"

Die Gerüchte: Heinzl soll infolge alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, um sich auf Platz 1 zu intervenieren, und die Blamage für den ORF abzuwenden. Das Engagement war letztlich von Erfolg gekrönt. Heinzl bekam am Samstag tatsächlich seine dritte "Romy".

"Am Arsch lecken".
Höhepunkt einer Pannen-Serie, die den TV-Preis befiel. Schon Tage vor der Show sollen die TV-Köche "Andy und Alex" gewusst haben, dass sie eine "Romy" erhalten (obwohl das Voting geheim sein soll). Moderator Alfons Haider (bisher Romy-los) tobte, sagte seine Teilnahme ab. Kabarett-Star Josef Hader (nur in Neben-Kategorie nominiert) beschied den Veranstaltern, sie sollen ihn "am Arsch lecken".

Dann passierte auch noch Heinzl. "Wenn diese Gerüchte nicht nur von einer Seite, sondern von zwei Seiten kommen (Anm.: ORF und Kurier), macht sie das noch glaubwürdiger," sagt ATV-Manager Gastinger. Pikant auch: Ausgerechnet via tv-media verkündete ATV seinen Ausstieg. Die TV-Zeitschrift war (zumindest bisher) Romy-Partner ...

ORF holt Siege
In allen sechs Kategorien, in denen das Publikum angeblich über den Preisträger abstimmte, siegte letztlich der ORF. "Die Gerüchte sagen, dass es aussichtslos ist, sich an solchen Preisverleihungen zu beteiligen, weil man eh keine Chance hat. Das ist traurig", sagt Gastinger. Er bleibt beim Boykott der Romy - mit einer Ausnahme: "Wenn es unter Aufsicht eines Notars stattfindet."

Heinzl erstmals von ATV überholt
Piesczek: 6.000 Seher mehr als Heinzl

Die Vulkanwolke verschlang Heinzl: „Life“ auf seinem alten Sender ATV hatte mehr „Chili“ an sein ORF-Menü.

Diebische Freude herrschte am Dienstagmorgen im Chefbüro von ATV, als die Ausdrucke mit den Quoten vom Montag auf den Tisch flatterten: Erstmals hatte ATV Life bei den Seherquoten Dominic Heinzls Chili überholt: 131.000 Zuschauer für Life, 125.000 Seher für Heinzls Society-Magazin im ORF.

„Dass dieser Erfolg bereits knapp drei Monate nach Sendestart unseres neuen Vorabendmagazins erreicht werden kann, freut uns sehr, denn die Abstimmung mit der Fernbedienung ist der ehrlichste Fernsehpreis, den die österreichischen Seher zu vergeben haben“, so ATV-Geschäftsführer Ludwig Bauer zu ÖSTERREICH.

Anders die Sichtweise von ORF-Kommunikationschef Pius Strobl: „Derzeit fesselt der Vulkanausbruch in Island die Fernsehzuschauer, das sieht man an den Einschaltziffern für die Zeit im Bild.“

1,043 Mio. Österreicher sahen die Hauptnachrichtensendung, Marktanteil 52 %. Strobl: „Mit 6 % Marktanteil lag Chili vor Life, das hatte nur 5 %. Zum Sendetermin von Life war die Zeit im Bild bereits weitgehend vorbei.“

Heinzl bleibt
Heinzl soll also weiter fest im ORF-Sattel sitzen. „Diesen Ablöse-Blödsinn kommentiere ich nicht“, sagt Dominic Heinzl zu Gerüchten, Chili werde im Herbst eingestellt. „Das ist eine reine Erfindung“, so Strobl. (als)