,Ein zweites Baby war mein Traum!‘

Waris Dirie ist schwanger

,Ein zweites Baby war mein Traum!‘

Ex-Supermodel Waris Dirie ist im vierten Monat schwanger und „glücklicher denn je“. Wie sich die „Wüstenblume“ auf den Nachwuchs vorbereitet. Und warum sie über den Vater des Kindes schweigt.

(c) APAWaris Diries Augen sehen nicht immer glücklich aus. Schon oft schien die schöne Somalierin bei Veranstaltungen in ihrer Gedankenwelt zu versinken. Und sich den Erinnerungen an ihre grauenhaften Erlebnisse ergeben zu müssen.

Doch in diesen Tagen und Wochen ist Diries Blick ein ganz anderer: Das ehemalige Supermodel, das sich seit Jahren dem Kampf gegen Genitalverstümmelung verschrieben hat, trägt das schönste Lachen einer Frau auf ihrem Gesicht. Waris Dirie ist im vierten Monat schwanger! Und glücklicher als je zuvor.

(c) EndersWunsch-Baby
Eigentlich wollte die Mutter eines elfjährigen Sohnes, der bei seinem Vater in den USA lebt, ihre Schwangerschaft vorerst noch geheim halten. Doch die Vorfreude auf das ersehnte Baby übermannte die Bestseller-Autorin. „Im Rahmen einer Veranstaltung im Ausland streckte Waris plötzlich ihren kleinen Bauch heraus und erzählte den Anwesenden stolz von ihrem Glück“, berichtet Waris Diries langjähriger Manager Walter Lutschinger überrascht. „So habe ich sie noch nie erlebt.“ Und tatsächlich dürfte der Nachwuchs kein „Unfall“ sein. „Ich habe mir schon lange ein zweites Kind gewünscht“, erzählt Waris Dirie, deren eigene Kindheit von ihrer brutalen Genitalverstümmelung im Alter von nur fünf Jahren und ihrer dramatischen Flucht durch die Wüste überschattet wird.

Während das ehemalige internationale Topmodel – Dirie wurde mit 18 von einem englischen Fotografen entdeckt und war jahrelang eines der bestbezahlten Models der Welt – aus ihrem Bäuchlein kein Geheimnis macht, verliert sie über den Vater des Kindes kein Wort. „Darüber wird von mir nichts verraten“, schmunzelt die österreichische Staatsbürgerin. Wer der ominöse Mann sein könnte, gibt sogar ihrem engsten Freundeskreis Rätsel auf. Immerhin wurde Waris Dirie seit Jahren nicht mehr in männlicher Begleitung gesehen. Im Gegenteil: Die geschätzte 43-Jährige (Dirie hat aufgrund ihrer Flucht keine Geburtsurkunde) machte bis dato meist nur schmerzliche Erfahrungen mit Männern.

Abgesehen von den erschütternden Ereignissen in Afrika, wo man sie als 13-jähriges Mädchen mit einem Greis verheiraten wollte, muss Dirie auch auf eine Scheinehe mit knapp 18 Jahren zurückblicken, mit der sie damals eine Ausweisung aus England verhinderte. Doch auch ihre „echte Ehe“ mit ihrer großen Liebe, einem Künstler in den USA, scheiterte nur wenige Monate nach der Geburt ihres ersten Sohnes Aleeke. Seit damals lebt die Gründerin der Waris Dirie-Foundation als Single. Für Schlagzeilen sorgte sie vor einigen Jahren, als ein Stalker sie in ihrer Neo-Heimat Wien terrorisierte. Und auch Diries Verschwinden vor über acht Monaten in Brüssel, dürfte ihr Vertrauen in Männer letztlich erschüttert haben, als sie einer versuchten Vergewaltigung zum Opfer fiel.

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Vorbereitungen
Dramatische Szenen, die heute vergessen scheinen, und mit ein Grund dafür sein könnten, dass sich Waris Dirie dazu entschieden hat, ganz allein für ihr zweites Baby da zu sein. Dass ihr Sohn Aleeke bei seinem Vater in New York lebt, habe übrigens praktische Gründe. „Durch meinen Beruf und die vielen Reisen war es mir nicht möglich, für ihn so da zu sein, wie er es gebraucht hätte“, erklärt Dirie im Interview. „Trotzdem haben wir regelmäßigen Kontakt und ein sehr inniges Verhältnis.“

Auch wenn die Autorin, deren Bestseller Wüstenblume (über zehn Millionen Mal verkauft!) nun spektakulär verfilmt wurde (siehe links), zurzeit beruflich wieder eifrig unterwegs ist – im Prinzip möchte sie „diese Schwangerschaft in vollen Zügen genießen“. Und dazu gehört für die begeisterte Läuferin ein absolut gesundes Leben.

Weshalb sich Waris Dirie – abgesehen von den nötigen Terminen für den Kinofilm – in den nächsten Monaten abwechselnd in ihr Domizil in Südafrika und ihr neues Zuhause in Polen, wo sie seit Sommer diesen Jahres lebt, zurückziehen wird. Um Kraft zu tanken für die Geburt, die möglicherweise nicht ganz einfach wird. Immerhin leidet die Somalierin zum Teil noch immer an den Folgen der ihr in der Kindheit zugefügten Genitalverstümmelung. Eine Geburt per Kaiserschnitt scheint laut Experten deshalb nicht ausgeschlossen.

Bub oder Mädchen?
„Wo das Baby zur Welt kommt, lasse ich auf mich zukommen“, meint Waris, während sie mit ihrem Schäferhund „Rudi“ ausgelassen spielt. Und auch auf die Frage, ob es ein Bub oder ein Mädchen werde, antwortet Dirie gewitzt: „A human being – ein Mensch!“, lacht sie glücklich.

So viel ist jedoch sicher: Der Dirie-Nachwuchs wird zeitgleich mit dem von Star-Produzent Peter Herrmann (bekam für Nirgendwo in Afrika einen Oscar) realisierten Film Desert Flower im Frühjahr 2009 für Schlagzeilen in der ganzen Welt sorgen. Und eine ganze Menge Glück und Freude in das bewegte Leben einer starken Frau bringen.