Der Umsatz ist gestiegen!

Gold-Status

Der Umsatz ist gestiegen!

Wie sich ihr Leben nach dem Oscar verändert hat und welche Rolle die Disco „Roxy“ spielte: Birgit Ruzowitzky über Stefan, Ruhm und Familie. (c) Michele Pauty

In der Oscar-Nacht war sie die Erste, die Stefan Ruzowitzky (46) um den Hals fiel. Auch zwei Monate, nachdem ihr Ehemann für Österreich den ­ersten Auslands-Oscar holte, herrscht in Birgit Ruzowitzkys (40) Alltag Ausnahmezustand. Eine Einladung reiht sich an die nächste, Kundinnen laufen der Besitzerin eines Secondhand-Ladens die Türe ein. Dennoch lässt sich „Mrs. Oscar“ nicht aus der Ruhe bringen und konzentriert sich auf ihr Business und die Erziehung der Töchter Emma (11) und Anna (8).

Powerfrau
Die attraktive Geschäftsfrau verrät im ­MADONNA-Interview erstmals, wie sie ihren „Goldjungen“ Stefan kennenlernte, wieso sie der Oscar nicht abheben lässt und warum sie in ihrer Boutique ganz gern auf die High Society „verzichtet“.

Wie sind Sie auf die Idee ­gekommen, einen Secondhand-Shop aufzumachen?
Birgit Ruzowitzky:
Ich war immer schon eine Secondhand-Käuferin. Nach den Kindern wollte ich selbstständig arbeiten. Außerdem habe ich durch meine Ausbildung an der Modeschule Michelbeuern einen modischen Background.

Ist das Secondhand-Business nicht schwierig?
Ruzowitzky:
Sicher, denn als Kunde überlegt man es sich dreimal, ob man ein getragenes Chanel-Kostüm kauft. Das ist was für Schnäppchenjäger. Ich führe eine bunte Label-­Mischung von Kenzo, Dolce & Gabbana bis Moschino, zu ­annehmbaren Preisen. Ganz wichtig in dem Geschäft ist ­daher die Mundpropaganda.

Wer zählt zu Ihren Kundinnen?
Ruzowitzky:
Frauen aus Klosterneuburg und dem 19. Wiener Bezirk. Aber ich lege keinen Wert darauf, dass die High ­Society hier einkauft. Zu mir kommen ganz normale Frauen.

Es zog Sie immer schon in die Modebranche?
Ruzowitzky:
Nein, bis zu den Kindern war ich Bookerin in einer Filmagentur.

und da haben Sie dann Ihren Mann kennengelernt?
Ruzowitzky:
(lacht) Das wäre naheliegend! Nein, Stefan und ich haben uns vor dreizehn Jahren in der Wiener Disco ­Roxy kennengelernt. Wir flirteten und ich steckte ihm einen Zettel mit meiner Telefonnummer zu. Zwei Tage später kam sein Anruf. Drei Jahre darauf haben wir geheiratet.

Ist Ihr Mann modebewusst?
Ruzowitzky:
Stefan hat keinen Bürojob und läuft daher zu Hause im Polo-Shirt herum. Ansonsten trägt er gerne Helmut Lang oder Hugo Boss. Er kauft seine Kleider auf eigene Faust, wenn er unterwegs ist.

Ihre Lieblingsdesigner?
Ruzowitzky:
(lacht) Das ist eine Frage des Geldes. Die Leute glauben seit dem Oscar, dass wir zu den Superreichen gehören. Aber der Preis ist nicht dotiert und macht nicht reich. Also: Wenn ich reich wäre, würde ich mich von Armani und Jil Sander einkleiden lassen.

Was hat sich in Ihrem Alltag seit dem Oscar verändert?
Ruzowitzky:
Meine Kundinnen gratulieren mir und der Umsatz ist merklich gestiegen. Mein Mann hat seither mehr Verpflichtungen und Einladungen, die zeitweise ganz schön für Terminstrudel sorgen. Geändert hat sich eigentlich nur das Zeitmanagement.

Apropos Zeit: Wer ist für die Erziehung der Kinder zuständig?
Ruzowitzky:
Wir beide. Wir haben seit fünf Jahren ein Haus in Klosterneuburg, weil es für die Kinder hier angenehmer ist. Wenn mein Mann Drehbücher schreibt, ist er viel daheim. Da kocht er für uns alle, meist asiatisch. Und er kümmert sich um die Mathematik-Hausübungen der Kinder.

Teilen Sie die Leidenschaft zum Film mit Ihren Mann?
Ruzowitzky:
Absolut! Ich bin die Erste, die Stefans Drehbücher liest – und gebe ihm ­meine banalen Ratschläge.

Es dauerte seine Zeit, bis Ihr Mann im Film-Biz Erfolge fei­erte. Welche Rolle spielt da ­Ihre Partnerschaft?
Ruzowitzky:
Wir waren immer eine Einheit, in emotionaler und finanzieller Hinsicht. Ich kann getrost sagen: Wir haben auch nach dem Oscar eine ganz tolle Vertrauensbasis.