Anna Sorokin

Society

Anna Sorokin ist gekommen um zu bleiben

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Die weltweit bekannte Hochstaplerin Anna Sorokin hat ihre Abschiebung in letzter Sekunde vereitelt.

Rund 275.000 US-Dollar erschlich sie sich nachweislich von Freund:innen, hinterging die New Yorker High Society, machte alle glauben, dass sie eine reiche Erbin aus Deutschland sei und verbiss sich in ihr Ziel, einen Eliteclub für Künstler:innen und Kunstfans zu erschaffen. Der Plan scheiterte – Anna Sorokin alias Anna Delvey, wie sie sich in den USA nennt, flog 2019 auf, landete im Gefängnis und wurde zu mindestens 4 Jahren Haft verurteilt. Doch 2021 gelang es der heute 31-Jährigen, auf Bewährung freizukommen, zeigte sich auf Instagram wieder in gewohnt abgehobener Manier – und ließ sich als Netflix-Star feiern.

Netflix-Deal für 320.000 Dollar

Top-Produzentin Rhonda Shimes verfilmte die Geschichte der Betrügerin, die dafür 320.000 Dollar kassierte. Obwohl sie aufgrund des Streaming-Coups ihre Schulden abbezahlen und deshalb auf Bewährung auf freien Fuß gesetzt worden war, musste Delvey schließlich doch wieder zurück hinter Gitter. Der Grund: Sie hatte ihr US-Visum überschritten. Fazit: Delvey sollte letzte Woche nach Deutschland abgeschoben werden. Fehlanzeige!

© Netflix
Inventing Anna
× Inventing Anna

"Inventing Anna" mit Julia Garner als Anna Sorokin (li.) wurde zum Netflix-Hit.

Spotify-Podcast „Call Her Daddy“

Sie wäre nicht eine der gefinkeltsten Hochstaplerinnen, hätte sie nicht einmal mehr ihren Willen durchgesetzt und ihre Abschiebung mittels neuer Anträge und Einsprüche in letzter Sekunde vereitelt. Nun ist Delvey wieder in Gewahrsam und genießt weitere Aufmerksamkeit der Medien. Im Spotify-Podcast „Call Her Daddy“ berichtet die 31-Jährige stolz über das Netzwerk, das sie sich dank ihres manipulativen Talents nun auch hinter schwedischen Gardinen aufgebaut hat.

Von Reue keine Spur

„Sie denken, ich bin superreich. Es interessiert sie auch nicht wirklich, woher das Geld kommt“, sagt sie über Mitinsass:innen, denen sie glaubhaft versichert, dass sie regelmäßig Geld überwiesen bekommt. Ob sie es bereut, so viele Menschen betrogen zu haben? Von wegen! „Ich habe nie sinnlose Lügen erzählt, die jemandem kriminell geschadet haben.“ Das sehen ihre Opfer zweifelsohne anders. Bleibt abzuwarten, ob Anna Delvey letztlich in den USAm bleiben darf – oder ob sie künftig in Deutschland ein neues Netzwerk aufbauen muss.

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