Ambros: ‚Will alleine alt werden'

Single Glück

Ambros: ‚Will alleine alt werden'

(c) Johannes KernmayerDie Türen zum weitläufigen Garten sind offen. Cermi nimmt brav neben seinem Frauchen Platz. Die idyllische Ruhe in ihrem Haus im niederösterreichischen Pressbaum gibt Margit Ambros Kraft für ihr künstlerisches Schaffen. Seit 2003 lebt die attraktive Mittfünfzigerin von Wolfgang Ambros getrennt. Damals startete sie ein neues Leben als Malerin.

Abrechnung
Stinkende Socken und Schnarchattacken – nein danke! Mit den Männern hat Ambros abgeschlossen.

Im offenen MADONNA-Talk spricht die Ex-Frau von Wolfgang Ambros über ihre Kunst, ihr Single-Leben und warum sie allein alt werden will.

Frau Ambros, was inspiriert Sie zu Ihrer Malerei?
Margit Ambros:
Besonders wichtig sind die Farben der Natur. Meine Kreativität schöpfe ich aus meiner emotionalen Verfassung. Geht’s mir gut, male ich bunt und knallig, wenn es mir schlecht geht, ist sehr viel Dunkel dabei.

Profitieren Sie als Künstlerin von Ihrem berühmten Namen?
Ambros:
Ich trete ja nicht als die Frau vom Ambros auf. Der Name ist mir völlig egal. Wichtig ist mir das positive Feedback vieler Kritiker.

Wer soll Ihre Kunst kaufen?
Ambros:
Ich glaube nicht, dass die Leute sich die Bilder kaufen, weil ich so eine tolle Künstlerin bin (lacht). Meine Klientel mag das Sinnliche und Dekorative meiner Arbeiten.

Hatten Sie einen Bezug zur Malerei, als Sie noch mit Wolfgang Ambros zusammenlebten?
Ambros:
Ich habe vorher Glasmalerei gemacht. Die Trennung 2003 war für mich der Start für meine künstlerische Kreativität, weil ich erstmals begann, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Das Gespür für die Malerei hatte ich immer schon, aber nicht die Ruhe für die Hingabe zur Kunst. Vorher stand die Familie im Vordergrund. Ich lebte zwischen Geschirrspüler und Waschmaschine.

Keine Angst, als Künstlerin im Schatten Ihres sehr kreativen Ex-Mannes zu stehen?
Ambros:
Nein, er macht sein Ding, ich meins. Er war damals froh, dass ich mit irgendwas beschäftigt war (lacht).

Warum lassen Sie sich eigentlich nicht scheiden?
Ambros:
Der Wolfgang sagt immer: Nur über meine Leiche. Ich bin in einem Alter, wo ich mich nicht mehr scheiden lassen will. Unsere Trennung war eine emotionale. Wir leben aber als Familie weiter. Unser Sohn Matthias liebt es, wenn der Wolfgang und ich zusammen lachen können.

Welche Feierlichkeiten begehen Sie noch gemeinsam?
Ambros:
Wir feiern zusammen Weihnachten und machen Gartenfeste. Ganz wie früher.

Warum klappt das bei Ihnen beiden so wunderbar?
Ambros:
Weil ich keine bin, die einen Rosenkrieg will. Die Trennung war ein Befreiungsakt. Ich wollte früher zu viel besitzen und den Wolfgang immer für mich alleine haben. Jetzt bin ich viel freier und ein zufriedener Mensch. Das Einzige, wofür ich kämpfen würde, wäre mein Zuhause hier.

Man sieht Sie selten am Society-Parkett. Warum leben Sie so zurückgezogen?
Ambros:
Was sollte ich auf VIP-Events machen, außer meinen Namen einbringen, das nervt doch.

Fühlen Sie sich nie einsam?
Ambros:
Überhaupt nicht. Ich habe liebe Nachbarn und vor allem Freundinnen.

Sehnen Sie sich nicht nach einem Mann an Ihrer Seite?
Ambros:
Das beantworte ich mit einem klaren Nein (lacht)!

Warum nicht?
Ambros:
Ich habe die Schnauze voll von den Männern (lacht)! Verliebt zu sein ist wunderschön. Aber ich weiß auch, wie schwierig eine Partnerschaft sein kann. Das will ich mir sparen. Ich hatte zwanzig Jahre glücklichste Beziehung und danach kleine Affären. Aber jetzt möchte ich allein sein.

Was ist mit Ihrem Traummann?
Ambros:
Der wird so schnell nicht kommen (lacht). Ich gehe ja kaum aus. Außerdem würde es mich belasten, mit einem Mann alt zu werden. Natürlich hätte ich gerne gehabt, dass das mit dem Wolfgang weiter gegangen wäre. Aber ich weiß jetzt, dass ich alleine sehr glücklich sein kann. Schlimm wäre, wenn ich die Zweisamkeit nie gehabt hätte. Aber ich muss ja Gott sei Dank nicht als alte Jungfer sterben (lacht).

Wie wichtig ist Sex in Ihrer aktuellen Lebensphase?
Ambros:
Unwahrscheinlich wichtig (lacht)! Aber ich brauche keinen Mann und keine Frau dazu. Das hatte ich mit allen Hochs und Tiefs, Schnarchattacken und stinkenden Socken.

Ihr Ex-Mann hat eine neue Frau. Kennen Sie einander?
Ambros:
Ich habe ihr einmal die Hand geschüttelt. Wir könnten sicher Freundinnen sein. Aber gemeinsame Treffen mit dem Wolfgang wären mir zu viel.

Vermissen Sie Ihren Ex-Mann hin und wieder?
Ambros:
Nein. Wir telefonieren, wann immer es etwas zu besprechen gibt. Es ist so wichtig, dass wir gute Freunde sind. Denn wir haben so viel Zeit miteinander verbracht. Diese emotionale Kraft wegzuschmeißen, wäre schade. Das wäre ein echtes Versagen.

Wenn er zurückkommen würde, wären Sie interessiert?
Ambros:
Nein, es ist vorbei. Denn worum soll es gehen? Um Sex? Oder darum, dass ich wieder die Hausfrau für ihn spiele? Das brauche ich nicht mehr. Ich genieße meine Freiheit und möchte mit keinem Mann mehr zusammenleben.

Ihre Zukunftspläne?
Ambros:
Ich möchte von Kenia nach La Gomera ziehen. Davon träume ich. Der Wolfgang würde sagen: Ich lebe im Wolkenkuckuckshimmel. Aber ich brauche meine Träume! So möchte ich alt werden.
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