So wirken sich die Preiserhöhungen auf den Restaurantbesuch aus

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So wirken sich die Preiserhöhungen auf den Restaurantbesuch aus

Die hohen Energie- und stark steigenden Kosten für Lebensmittel treffen die Gastronomie hart. Kaum ein Gastrobetrieb kommt noch drum herum, die hohen Kosten auch auf die Besucher:innen umzulegen.

Eine resmio-Umfrage zeigt: Tiefer in den Geldbeutel greifen zu müssen, ist nicht die einzige Sache, mit der Gäste von Restaurants und Cafés jetzt rechnen müssen.

Wo Qualität hoch bleibt, wird der Restaurantbesuch teurer

Der Löwenanteil der Gastrobetriebe, nahezu drei Viertel, haben die Preise auf der Speisekarte angezogen. Das restliche Viertel zieht bereits in Betracht, die gestiegenen Kosten an die Gäste weiterzureichen.„Damit sind weitere Preiserhöhungen beim Gaststättenbesuch absehbar“, schlussfolgert Christian Bauer, resmio-Geschäftsführer. Als einer der führenden Anbieter eines Reservierungs- und Managementsystems für Gastro-Betreibende hat resmio bundesweit Inhaber:innen befragt, wie diese mit dem wachsenden Kostendruck umgehen.

Update á la carte: Das ändert sich noch auf der Speisekarte

Über die Hälfte der Gastrobetriebe, zirka 55 Prozent, ändern an der Speisekarte mehr als einfach nur die Preise. Inhaber:innen geben an, neue Rezepte auszuprobieren, Portionsgrößen und das Tages- oder Wochenangebot flexibel anzupassen. Das ermöglicht es, auf den besonders hohen Preisauftrieb bei einzelnen Nahrungsmitteln wie Butter und Öl, Rind- und Schweinefleisch, Kaffee sowie Milch- und Milcherzeugnisse schnell zu reagieren. Gerichte, die sich aufgrund der Preiserhöhungen für Gaststättenbetreibende gar nicht bis kaum mehr rechnen, werden Restaurantbesucher:innen zudem seltener auf der Speisekarte finden.

Extra-Dips & Co nicht länger gratis

Viele Restaurants und Cafés versuchen über Zusatzverkäufe die gestiegenen Kosten zu decken. Nahezu die Hälfte, etwa 48 Prozent, der Inhaber:innen schult das Personal auf den Mehrverkauf. Gäste dürfen damit rechnen, beim nächsten Restaurantbesuch Extras angeboten zu bekommen, für die die Servicekraft sie später zur Kasse bittet. Einige Gastrobetriebe geben an, mit neuen Konzepten wie beispielsweise dem Self-Ordering mit QR- Code auf die Preiserhöhungen zu reagieren. „Das verwundert nicht“, sagt Bauer, „denn über die digitale Speisekarte entscheiden sich Gäste häufiger für verlockende Zusatzkäufe. Zudem dienen digitale Hilfsmittel den Gastrobetrieben dazu, den Personaleinsatz zu optimieren.“ Neben den Preiserhöhungen sei der Personalmangel einer der größten Herausforderungen für die Branche.

Steigende Energiepreise: Wann die Lichter ausgehen

Heißt das, der Gastronomie gehen bald die Lichter aus? Zumindest für einen Teil der Zeit. „Nachts die Beleuchtungen von 2:00 bis 5:30 Uhr ausschalten“, gibt ein:e Umfrage- Teilnehmer:in als Mittel der Wahl an, um die Energiekosten im Betrieb zu senken. Es wurden zudem Bewegungsmelder angeschafft, alte Geräte durch energieeffizientere ausgetauscht und das Personal darauf geschult ressourcenschonender zu handeln. Andere gastronomische Betriebe sehen diese Möglichkeiten als bereits ausgeschöpft an und kompensieren die steigenden Kosten damit, das Lokal zu umsatzschwachen Zeiten zu schließen – nicht zuletzt wegen zunehmender Personalengpässen.

Empfohlen: Öffnungszeiten online checken

„Um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen“, empfiehlt Bauer den Besucher:innen von Restaurants und Cafés, „die Öffnungszeiten zuvor online zu checken und zu reservieren, da viele Küchen überhaupt nur noch zu den Stoßzeiten geöffnet haben“. Bereits in der Corona- Pandemie haben viele Gastrobetriebe ihre Online-Präsenz erhöht. Die resmio-Studie zeigt, diese Kanäle werden nun genutzt, um Neukund:innen und Stammgäste anzusprechen. „Die Sehnsucht, sich in Restaurants und Cafés zu treffen, bleibt nach wie vor groß“, zeigt sich Bauer aber dennoch hoffnungsvoll.

Preiserhöhungen in der Gastronomie bilden die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ab

Um mehr als ein Drittel, genau 33,6 Prozent, stiegen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Mai 2022 im Vergleich zum Mai 2021. Einen so hohen Anstieg gab es laut Statistischem Bundesamt (Destatis) noch nie, seit die Statistik 1949 eingeführt wurde. Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Vorjahresvergleich ist die Preisentwicklung im Energiesektor. Die Energiepreise waren im Mai 2022 im Durchschnitt 87 % höher als im Vorjahresmonat. Nahrungsmittel waren im Mai 15 % teurer als im Vorjahr. 

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