Weltfrauentag

Madonna

So geht es Frauen in Österreich

Nur jede zehnte Akademikerin wird Führungskraft, bei den Männern ist es jeder Fünfte.

Österreich. Vor 111 Jahren wurde der erste Weltfrauentag beschlossen. Seit 1975 wird er in Österreich am 8. März gefeiert.

  • 4,53 Millionen Frauen ­leben in Österreich, um 140.000 mehr als Männer.
  • Die Lebenserwartung einer Frau (83,7) ist um 4,8 Jahre höher als die des anderen Geschlechts.
  • Bildung: 55,3 % der Uni-Abschlüsse gehen an Studentinnen. Matura: 56,2 % sind weiblich.

Benachteiligung. Im Berufsleben werden Frauen trotz gleicher Bildungsabschlüsse immer noch benachteiligt.

Mehr Akademikerinnen, aber weniger Managerinnen

Führungskräfte. Laut Statistik Austria (2020) waren 8,1 % der Frauen und 18,1 % der Männer mit FH- oder Uniabschluss in einer Führungsposition tätig, und das, obwohl mehr Frauen (24,1 %) über einen Hochschulabschluss verfügen als Männer (18,9 %).

  • Die Einkommensunterschiede sind immer noch gravierend. Eine Frau, die vollzeitbeschäftigt ist, verdient im Schnitt brutto pro Jahr 40.415 Euro. Zum Vergleich: Männer bekommen 46.292 Euro.
  • Eine Erhebung von Eurostat (2020) zeigt, dass Frauen um 18,9 % brutto pro Stunde weniger als ihre ­männlichen Kollegen verdienten.
  • EU-weit liegt Österreich damit im traurigen Spitzenfeld. Nur in Estland und Lettland war die Einkommensschere größer (über 20 %) als bei uns.

Trend. Wird diese Zahl im zeitlichen Kontext betrachtet, dann zeigt sich aber immerhin, dass sie sinkt. Im Jahr 2010 verdienten Männer noch um 24 % mehr. 

Top-Ladys zum Weltfrauentag

© oe24
Elisabeth Stadler, CEO Vienna Insurance Group; Elisabeth Gürtler, Hotelière; Sabine Herlitschka,Chefin Infineon Austria (v. l. n. r)

Elisabeth Stadler, CEO Vienna Insurance Group; Elisabeth Gürtler, Hotelière; Sabine Herlitschka,Chefin Infineon Austria (v. l. n. r)

× Elisabeth Stadler, CEO Vienna Insurance Group; Elisabeth Gürtler, Hotelière; Sabine Herlitschka,Chefin Infineon Austria (v. l. n. r)

›Es mangelt nicht an kompetenten Frauen‹

Elisabeth Stadler, VIG-CEO: „Es liegt meiner Meinung nach an der Einstellung und dem Willen des Managements oder der Eigentümer, ob Frauen Toppositionen besetzen oder nicht. Denn es mangelt ­sicher nicht an kompetenten Frauen in einem Unternehmen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“

›Diversität ist ein Erfolgsfaktor‹

Sabine Herlitschka, Vorstandschefin ­Infineon: „Diversität ist ein unbestrittener Erfolgsfaktor, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Frauen sind heute so gut ausgebildet wie nie zuvor. Es ist also keine Frage der Skills, sondern oftmals der Bewusstseinsbildung, der Rahmenbedingungen und der entsprechenden Angebote.“

›Frauen sind die großen Organisatorinnen‹

Elisabeth Gürtler, Hotelière: „Frauen sind ohnehin die großen Organisatorinnen im Beruf und dann auch noch in der Familie. Neben allem, was sie eh schon tun, kommt das dazu. Oft wird dem zu wenig Beachtung geschenkt. Viele Frauen wollen das aber gar nicht, da sie den Männern nicht genug vertrauen. Emanzipation passiert auch nicht in kurzer Zeit.“

›Seid mutig, geht euren eigenen Weg!‹

Kathrin Gaál, Vizebürgermeisterin Wien: „Wir haben viel erreicht – aber es gibt noch viel zu tun. Am Frauentag zeigt sich klar: Wir müssen Tag für Tag 
für Gleichberechtigung, Gleichstellung und gleiche Chancen eintreten. Und es ist wichtig, Mädchen zu zeigen: Seid mutig und geht euren eigenen Weg!“

›Fachkräftemangel zwingt zum Umdenken‹

Viktoria Veider-Walser, Tourismus-Chefin Kitzbühel: „Der akute Fachkräftemangel zwingt zum Umdenken – Arbeitsmodelle und Arbeitszeiten müssen flexibler werden. Warum versuchen wir nicht, diesem Problem mit kreativen Lösungen zu begegnen und dabei gleichzeitig klassische Rollenmodelle mit neuen Perspektiven anzureichern?“ 

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