Die besten Sommerbücher 2019

Diashow Die besten Sommerbücher 2019

Buchtipp

Adele ist Anfang fünfzig, von ihrer Stelle als Deutschlektorin hat sie sich karenzieren lassen, um ihrem Geliebten, einem Berliner Steuerfahnder, nach Stockholm zu folgen. Dort wird ihr bald klar, dass der ein Doppelleben führt. Geschrieben wurde Marlene Streeruwitz’ jüngster Roman „Flammenwand“ während der türkis-blauen Koalition unter Sebastian Kurz (im Roman: der Kinderkanzler).

Für wen? Österreicherinnen jeglicher poli­tischer Gesinnung, die das jüngste Zeit­geschehen literarisch reflektieren wollen.


"Flammenwand" von Marlene Streeruwitz, erschienen bei S. Fischer, erhältlich um 22,70 Euro.

Buchtipp

Was tun in einem Land, das von einem Egomanen regiert wird und durch Ideologien zerrissen scheint? Die US-amerikanische Feministin Rebecca Solnit nutzt in ihrem neuen Buch die Macht der Sprache, um die nationalen Probleme nüchtern zu analysieren. Dabei zeigt sich vor allem eine omnipräsente Kultivierung von Zorn. ­Resignation hat bei Solnit keinen Platz, stattdessen ruft sie lieber zum Handeln auf.


Für wen? Politisch Interessierte sowie die, die in der nächsten Diskussion mit frischen Argumenten brillieren möchten.


"Die Dinge beim Namen nennen" von Rebecca Solnit ist erschienen bei Hoffmann & Campe, erhältlich um 22,50 Euro.

Buchtipp

In ihrem kürzlich auf Deutsch veröffentlichten Debüt schreibt die preisgekrönte Autorin über Adèle Robinson, eine 37 Jahre alte, erfolgreiche, aber lustlose Journalistin aus Paris. Sie ist eine Süchtige, eine Frau, die für ihre Sucht fast alles aufgibt. Adèle ist Nymphomanin, weder Mann noch Kind hindern sie an der wahnhaften Jagd nach dem nächsten Höhepunkt. Die konstante Ambivalenz legt sie auch nicht ab, als es zur familiären Krise kommt.


Für wen? Zynikerinnen, Sinnsuchende und Hedonistinnen.


"All das zu verlieren" von Leila Slimani ist erschienen bei Luchterhand Literaturverlag, erhältlich um 22,70 Euro.

Buchtipp

Die Ich-Erzählerin versucht sich in der Rolle der braven Ehefrau und liebevollen Mutter, aber in ihrem Kopf wüten die Zerstörungsfantasien. Weil sie psychisch krank ist? Oder vielmehr, weil ihr Heimatdorf sie mit seinen spießigen Auswüchsen krank macht? „Stirb doch, Liebling“ ist eine sprachlich fulminante Tragi­komödie, die keine Tabus scheut, und eine bitterböse Abrechnung mit einer gescheiterten Ehe in der Provinz.


Für wen? Familienmenschen mit schwarzem Humor und Naturliebhaberinnen.

"Stirb doch, Liebling" von Ariana Harwicz, erschienen bei C.H. Beck, erhältlich um 19,50 Euro.

Buchtipp

Fake it till you make it. Von dem unbedingten Wunsch, es nach oben zu schaffen, getrieben, schlägt sich Louise mehr schlecht als recht in NY durch. Das ändert sich, als sie Lavinia kennenlernt, ein rich Girl, das gerade Studienpause macht. Die beiden werden beste Freundinnen und Social-Media-Heldinnen. Doch bereits aus den ersten Seiten des Romans erfahren wir, dass Lavinia bereits sechs Monate, nachdem sie Loui­se in ihr Leben gelassen hat, tot sein wird.


Für wen? Social Media-Skeptiker und Fans von „Der talentierte Mister Ripley“.

"So schöne Lügen" von Tara Isabella Burton, erschienen bei Dumont, erhältlich um 22,70 Euro.

Buchtipp

Im Mittelpunkt steht eine starke Frau, Leila, eine Prostituierte, die in Istanbul ermordet wird. Obwohl ihr Herz nicht mehr schlägt, ist ihr Geist noch hellwach. Es sind jene zehn Minuten und 38 Sekunden – der Titel lautet im englischen Original „10 Minutes 38 Seconds in this Strange World“ –, die das menschliche Hirn nach dem Tod in Form von Delta-Wellen noch aktiv ist. Und so denkt sie an die Schlüsselmomente ihres aufreibenden Lebens zurück …

Für wen? Jene, die auf der Suche nach Unterhaltsamem und zugleich Berührendem sind.

"Unerhörte Stimmen" von Elif Shafak erschienen bei Kein & Aber, erhältlich um 24 Euro.

Buchtipp

Ein junges Paar aus Georgia verbringt in den 50er-Jahren seine Flitterwochen im Haus des Onkels der Braut. Schon nach kurzer Zeit beginnen sich die beiden zu langweilen. Lebendig wird es erst, als sie auf Clara treffen, die eine schillernde Gruppe von New Yorkern um sich versammelt. Man betrinkt & liebt sich, und Henry und Effie geraten in eine Situation, die den Rest ihres Lebens prägen wird.


Für wen? „Mad Men“ in Urlaubslaune, ­debattierfreudige Moralisten und Beziehungszweifler.

"Tage in Cape May" von Chip Cheek erschienen bei Karl Blessing, erhältlich um 22 Euro.

Buchtipp

Präzise Alltagsbeobachtung. Das Leben ist eins der härtesten, hat Silkes Oma immer gesagt, wenn ihre Depressionen kamen. Auch Silke trifft es hart. Vor 27 Jahren hat sie die Notbremse gezogen. Wortwörtlich. Sie saß im Zug, es war zu warm, ihr Mann hatte sie mal wieder gepiesackt. Keine ausreichend guten Gründe, um die Notbremse zu ziehen – und Silke erfindet keinen, weil sie zu nett ist.


Für wen? Jeden. Wer kennt sie nicht: Menschen, die viel geben, wenig nehmen und sich darüber hinaus gerne selbst vergessen. Das ist ihre Geschichte.

"Das Leben ist eines der härtesten" von Giulia Becker, erschienen bei Rowohlt, erhältlich um 20,60 Euro.

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