Volle Kraft voraus

Das macht Frauen stark

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Pünktlich zum Weltfrauentag am 8. März das große Round-up: Welche physiologischen Vorteile Frauen gegenüber Männern haben und was sie für unseren gesunden Alltag bedeuten.

Es ist nicht die planetarische Zugehörigkeit (Venus vs. Mars), die Frauen von Männern unterscheidet. Es ist viel mehr: Bereits auf Zellebene beginnt die Differenz und setzt sich über alle Organe fort. Auch die hormonelle Situation ist speziell, der Stoffwechsel funktioniert anders als bei Männern und das Immunsystem folgt einer anderen Steuerung. All dies trägt dazu bei, dass sich für Frauen geschlechtsspezifische Risiken, aber auch physiologische Vorteile ergeben.
 
Gesunde Frauenherzen. Eine biologische Gegebenheit, die Frauen sehr  zugute kommt, ist das weibliche Sexualhormon Östrogen. Bis zur Menopause, wenn die Konzentration des Hormons stark sinkt, schützt es vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber Achtung: Mit Einsetzen der Menopause jedoch ist dieser Schutz verschwunden. Deshalb erkranken Frauen im Schnitt zehn Jahre später an einem Herzinfarkt als Männer. Studien belegen, dass Frauen dann sogar öfter Herzkrankheiten entwickeln als Männer. Dazu zählen neben dem Herzinfarkt auch Vorhofflimmern, Klappen-Veränderungen oder Arrhythmien. Auch die Sterblichkeit nach Herzinfarkten zeichnet (Postmenopause) kein gutes Bild: Laut Statistik sterben Frauen nach ihrem ersten Herzinfarkt doppelt so häufig wie Männer. Als Hauptgrund dafür werden die atypischen Symptome, die einen „weiblichen“ Herzinfarkt begleiten können, genannt. Betroffene wie auch medizinisches Fachpersonal erkennen diese Symptome häufig nicht als solche. Der typische Druckschmerz in der Brust kann gänzlich ausbleiben und der Infarkt kann sich in subtileren Symptomen wie etwa Atemnot, Oberbauch-, Rückenschmerzen und Übelkeit äußern.
 
Starke Abwehr. Östrogen entfaltet ­seine schützende Wirkung auch im Kontext der Immunabwehr. Zudem sind Frauen ob der genetischen Programmierung immunologisch überlegen: Auf X-Chromosomen,  von denen Frauen zwei Kopien haben (Männer nur eine), befinden sich Tausende Gene, die unter anderem für ein gut funktionierendes Immunsystem verantwortlich sind. Frauen haben hier also eine bessere Ausgangslage, die – zusammen mit Östrogen und Progesteron – dazu beiträgt, dass Krankheitserreger besser in Schach gehalten werden können.
Covid-19. Die effektivere Immunantwort verschafft Frauen auch in Hinblick auf hochaktuelle Ereignisse einen Vorteil: Studien zeigten bei Frauen nach ­einer SARS-CoV-2-Infektionen eine stärkere Antikörperbildung und raschere Viruseliminierung. Testosteron hingegen hat eine dämpfende Wirkung auf das Immunsystem, was Männer nach aktuellem Wissensstand anfälliger für schwere Verläufe machen kann. 

Nicht nur Vorteile. Unterschiede in Anatomie, aber auch im Lebensstil tragen dazu bei, dass sich für Frauen häufig auch andere gesundheitliche Schwachstellen und Risiken ergeben als für Männer: So treten etwa Unterleibserkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose und rheumatische Erkrankungen bei Frauen deutlich häufiger auf. Auch Langzeitrisiken sind oftmals anders zu gewichten: Starkes Übergewicht, Diabetes, Rauchen oder Störungen des Fettstoffwechsels etwa kommen bei Frauen auf lange Sicht schwerwiegender zum Tragen als bei Männern.
 
Medizin hinkt hinterher. Leider werden Frauen von der modernen Medizin häufig nicht optimal versorgt, denn: In der Vorsorge und Therapie werden die hormonelle Situation und der Stoffwechsel von Frauen immer noch viel zu wenig berücksichtigt, wie die Gendermedizin immer wieder einmahnt. Der weibliche Stoffwechsel sowie die Hormon- und Enzymaktivitäten der Leber funktionieren anders als bei Männern. Dies kann etwa dazu beitragen, dass Medikamente anders vom Körper verstoffwechselt werden und somit anders wirken als vorgesehen: Es können Über- oder Unterdosierungen sowie Nebenwirkungen entstehen, die es bei Männern in der Form nicht gäbe. Da die medizinische Forschung noch immer sehr stark am Mann orientiert ist, werden frauenspezifische Faktoren nicht immer ausreichend berücksichtigt. 
 

Diese Vorteile haben Frauen

Immunsystem
Das Zusammenspiel aus weiblichen Sexualhormonen (Östrogen und Progesteron) und dem genetischen Code (zwei Kopien der X-Chromosomen) verschafft Frauen einen effektiveren Immunabwehrschutz. 
 
Herz-Kreislauf 
Östrogen wirkt auch im Sinne der Herz-Kreislauf-Gesundheit höchst positiv: Das Hormon schützt Frauen vor Erkrankungen – allerdings nur so lange, wie der Östrogenspiegel hoch ist. Mit der Menopause schwindet der Schutz.
 
Covid-19
Das weibliche Immunsystem zeigt seine Stärke auch bei einer Covid-19-Infektion – mit stärkerer Antikörperbildung und rascherer Viruseliminierung. Entzündungsprozesse werden abgeschwächt.
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