Nena mit Wien-Konzert und TV-Show zum 50er

"Man kann die Welt nur verändern, wenn man bei sich selber anfängt": Die deutsche Popsängerin Nena will mit ihrer Musik "Menschen inspirieren und wachrütteln." Aber Nena, die kommende Woche (24.3.) ihren 50. Geburtstag feiert und am 11. April in der Wiener Stadthalle live zu erleben ist, "will nicht missionieren", sondern die Konzertbesucher einladen "dabei zu sein".

Und sie verspricht: "Die Dinge, von denen ich spreche und singe, sind alle wahr und authentisch." "Alle Menschen, die andere Menschen inspirieren, über ihre festgefahrenen Konditionierungen nachzudenken und sich ein bisschen zu bewegen, sind wichtig", betont die 1960 in Hagen als Gabriele Susanne Kerner geborene Sängerin. Beim Wien-Konzert dürfen sich die Fans auf zweieinhalb Stunden Show mit alten und neuen Hits freuen. Derzeit bereitet Nena die Tour vor, und zweieinhalb Stunden Konzertdauer zu füllen ist natürlich für Nena nicht das Problem - im Gegenteil. Die Sängerin kann bei der Songliste "nach 30 Jahren echt aus dem Vollen schöpfen. Ich habe 50 Songs auf der Setliste und muss rausschmeißen", sagt die Sängerin mit einem Lachen. "Ich kann ja leider nicht vier Stunden spielen. Da gehen alle nach Hause und ich pfeife aus dem letzten Loch." Gibt es Nena-Hits, die sie künftig nicht mehr auf der Bühne performen will? "Gerade den alten Begleitern neues Leben einzuhauchen, ist jedes Mal wieder eine schöne Herausforderung. Viele von denen sind ein absolutes Muss - für mich und auch für die Leute, die in meine Konzerte kommen. Die Lieder wollen das, und ich will das auch. Ich kann mir ein Konzert ohne 'Luftballons' einfach nicht vorstellen."

Die Proben sind Freude - und viel Arbeit: "Ich freue mich, und ich schreie und weine zwischendurch. Aber das ist alles getragen von diesem Gefühl: Ich will das auf jeden Fall machen. Das ist das Wichtige daran. Wenn ich das nicht wollen würde, würde ich mich auch nicht dazu aufraffen. Das bringt nichts." Ähnlich geht es ihr bei der großen Geburtstagsshow, die am 26.3. (21.15 Uhr) am großen deutschen Sender RTL zu sehen ist. "Das ist Arbeit und macht Freude. Es ist eine große Anerkennung, dass ich mich zwei Stunden auf dem größten Fernsehsender präsentieren kann. Ich werde es nutzen und das Schönste daraus machen."

Das im vergangenen Herbst erschienene Album "Made in Germany" hat "mir in all den Jahren am meisten Spaß gemacht hat", sagt Nena. Nach drei Jahrzehnten im Popbusiness, das sich zuletzt stark gewandelt hat, hat Nena eine differenzierte Sicht auf Erfolg. "Ich stehe auf Erfolg. Ich finde es super, viele Platten zu verkaufen und auch mal Nummer eins zu sein. Aber man verkauft längst nicht mehr so viele Platten wie früher. Erfolg ist auch auf anderen Ebenen messbar: Ein Erfolgsgefühl ist für mich auch, ein Album gemacht zu haben, mit dem ich mich komplett stimmig fühle. Und das ist bei 'Made in Germany' so. Es ist einfach ein schönes Album, da finde ich mich wieder."

Das Album ist auch das erste in der langen Karriere Nenas, das auf ihrem eigenen Label erscheint. War das eine Befreiung von den Zwängen, die große Labels auf ihre Künstler ausüben? "Selbstverantwortlich war ich auch schon zu der Zeit, als ich bei großen Plattenfirmen Künstler war. Aber ich fühlte mich da oft überrollt", bestätigt Nena. "Das ist jetzt nicht mehr so, jetzt muss ich nur noch mich beschimpfen, wenn Dinge nicht so laufen. Es hat sich vor allem verändert, dass ich jetzt noch mehr arbeite als früher. Aber es macht Spaß, und ich glaube es lohnt sich."

Neben der Homepage können sich Nena-Fans mittlerweile auch auf Webplattformen wie Facebook oder Twitter über die Aktivitäten der Sängerin informieren. Sie selber nützt diese neuen Online-Angebote aber nicht: "Zu Facebook und Twitter - das Wort finde ich schon so komisch - habe ich gar keinen Zugang. Es sei der Spaß den anderen gegönnt", so Nena. Sie selber liebe "meinen kleinen Computer. Ich hab den auch immer dabei und gebe zu: Ich bin auch süchtig. Wie ich es prophezeit habe: Noch vor vier Jahren habe ich mich komplett gegen Emails gewehrt, ich wollte das nicht. Ich wusste, dass es nicht 100, sondern 200 am Tag werden. Das ist jetzt so, und ich finde es toll."

INFO: http://www.nena.de/