Mika überzeugte im Gasometer

Shootingstar Mika absolvierte am Montagabend (29.3.) sein erstes Konzert in Wien und sorgte im fast ausverkauften Gasometer von Anfang an für ausgelassene Partystimmung. Seine Show kam dabei ohne große Gimmicks aus, allein die Präsenz des 26-jährigen gebürtigen Libanesen reichte, um das vorwiegend junge und überwiegend weibliche Publikum in Euphorie zu versetzen.

Schon mit seinen ersten zwei Singles "Relax, Take It Easy" und "Grace Kelly" konnte sich Mika vor drei Jahren von Anfang an in den Hitparaden etablieren. Den Start machte gestern aber nach einem Intro "Rain" von seinem zweiten Album. Dass es den ganzen Abend über keine Hänger gab, war nicht von vorhinein zu erwarten, denn das Repertoire von Mika umfasst bisher "nur" die zwei Alben "The Boy Who Knew Too Much" (2007) und "Life In Cartoon Motion" (2009), und beide enthalten neben den mitsing-tauglichen Partyhymnen, die man von Funk und Fernsehen kennt, auch einige Balladen, bei denen nicht mit Pathos gespart wird und Elton John grüßen lässt.

Doch diese langsamen, oft schwermütigen Songs, wie etwa "Over My Shoulder", das als Hidden Track im Debütalbum versteckt war und das Mika, wie er gestern verriet, bereits mit 16 geschrieben hat, waren keine Stimmungstöter. Das Publikum konnte sowohl mit Mikas Höhen, wie auch seinen am Klavier dargebrachten Tiefen zurechtkommen und genoss den "bipolaren" Abend durchaus. Das lag natürlich an Mika selbst, der nicht nur stimmlich überzeugte, sondern ebenso das Gefühl vermittelte, dass er und seine Songs eins sind.

Die Balladenquote nahm im Laufe des Abends ohnehin ab, die Live-Versionen seiner Hits "Love Today" oder "Relax" entpuppten sich als richtige Reißer und brachten den Saal in Rage. Nach "We Are Golden" war aber erst einmal Schluss und Zeit für einen frenetischen Zugabejubel. Die Zugabe umfasste dann nur drei Songs, doch die Minderheit, die dachte, dass er bereits mit dem zweiten "Grace Kelly" zu Ende sein würde, hat sich nicht nur getäuscht, sondern auch ein ziemlich perfektes Finale verpasst. Bei "Lollipop" hieß das Motto "Fiesta Mexicana". Zu den Musikern gesellten sich zum Abschluss einige Tänzer mit mexikanischen Totenkopfmasken, es gab Glitterregen und so endete der gelungene Abend erschöpft, doch euphorisch.