Deep-Purple-Sänger mit Bruckner Orchester in Linz

Geigen- statt Gitarrensoli: Unter dem Titel "Rock meets Classic" sang sich Deep-Purple-Frontman Ian Gillan, begleitet vom gewohnt souveränen Bruckner Orchester, am Mittwochabend (31.3.) in der Linzer TipsArena durch Klassiker seiner Band. Eindeutiger Star des buchstäblich klassischen Abends: Violinistin Lidia Baich.

Eines gleich vorweg: Klassische Instrumentierung verzeiht im Gegensatz zu Rock keine gesangliche Schwächen. Nachdem das Bruckner Orchester unter Friedemann Riehle und zwei Sängerinnen das Publikum mit Queen- und Pink-Floyd-Nummern aufgewärmt hatten, startete Gillan mit "Highway Star" den Abend. Die Hemdsärmel krempelte er nach wenigen Minuten hoch, seine Stimme dagegen brauchte länger, um in vertraute Höhen zu finden. Nach "Strange Kind Of Woman" dann der erste Höhepunkt: Das gekonnt arrangierte "My Woman From Tokyo" klang, als ob es für ein Orchester geschrieben worden wäre. Auch Gillan hatte sich warm gesungen und verschmolz förmlich mit den 85 Musikern.

Zu einer Ausnahmenummer wurde schließlich "Ted The Mechanic" mit Lidia Baich: Die Musikerin, schon eine alte Bekannte von Deep Purple, strich nicht über die Geigensaiten, sie fegte förmlich darüber. Mit ihrem impulsiven Spiel und ihren Tätowierungen personifizierte die Musikerin das Zusammentreffen von Rock und Klassik. Gillan verabschiedete sich nach nur einer halben Stunde auch schon wieder von der Bühne und überließ sie vorübergehend Baich und Orchester. Das folgende gar nicht rockige Intermezzo gefiel nicht allen, auf den Stehplätzen im hinteren Hallenbereich wurde eifrig geplaudert.

Nach einigen Minuten Verschnaufpause kehrte der Deep-Purple-Sänger mit "No Lotion For That" aus seinem Soloalbum "One Eye To Morocco" zurück, es folgte ein Hit auf den anderen: "Fireball", "When A Blind Man Cries", "Black Night" und das obligatorische "Smoke On The Water", bei dem kräftig mitgeklatscht und hingebungsvoll mitgesungen wurde, bis Gillan die Hände der treuesten Fans schüttelte und es quasi zum Drüberstreuen noch eine Nummer gab.