EU-Staaten sollen selbst über Impfung entscheiden

Wenig Hilfsansuchen wegen Schweinegrippe an EU

Trotz der Ausbreitung der Schweinegrippe in zahlreichen EU-Staaten hat es neben Bulgarien keine weiteren Hilfsansuchen aus Ländern der Europäische Union an die Brüsseler Kommission gegeben. Bereits zuvor hatte sich das Nicht-EU-Land Ukraine an Brüssel gewandt. Bulgarien wurde inzwischen Unterstützung über den Katastrophenfonds zugesagt, hieß es am Freitag auf Anfrage der APA aus der EU-Kommission.

Seitens der Brüsseler Behörde selbst werde es aber vorläufig keine weiteren Empfehlungen wie Impfaktionen geben. Dies müssen die EU-Staaten selbst entscheiden. Für eine Art "Notfallplan" gebe es derzeit keinen Anlass, heißt es aus der Kommission. Sollte der Impfstoff knapp werden, müsste die Situation neu überdacht werden.

In Österreich steht die Krankheitswelle durch A(H1N1) erst am Beginn. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle sind seit April dieses Jahres 429 Menschen in den 27 EU-Staaten und in den vier EFTA-Ländern Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein an den Folgen der Schweinegrippe gestorben. In der vergangenen Woche hat sich die Zahl der Infizierten vor allem in Bulgarien und Italien stark erhöht, gefolgt von Frankreich und Spanien.

Die meisten Toten durch A(H1N1) in der EU gibt es bisher in Großbritannien mit 156, gefolgt von Spanien (73) und Frankreich (57). Österreich liegt mit einem Toten am Ende des Feldes. Noch unklar ist die Todesursache bei einem 38-Jährigen, der den (A)H1N1-Virus in sich getragen und bereits am Freitag im Krankenhaus Schwarzach gestorben war

Bulgarien hatte zuletzt die EU-Kommission um die Lieferung von 200.000 Packungen von Anti-Virus-Präparaten ersucht. Wegen der massenhaften Anfrage habe sich in den Apotheken des Landes das Angebot von Grippe-Medikamenten verringert.