Warum "Schweinegrippe" manchmal gefährlich ist

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Zumeist verläuft die Schweinegrippe mild. Doch wenn ein schwerer Krankheitsverlauf auftritt, kann die Infektion schnell lebensbedrohend werden. Seit kurzem gibt dafür eine Erklärung: Die neuen A(H1N1)-Viren binden offenbar auch an Rezeptoren ganz tief in der Lunge, was die Krankheit in diesem Fall gefährlicher macht.

Die Ergebnisse einer entsprechenden Studie wurden Anfang September online von Wissenschaftern des Imperial College in London in der Fachzeitschrift "Nature Biotechnology" veröffentlicht. Ten Feizi, Autor der wissenschaftlichen Arbeit: "Die meisten Leute, die sich bisher mit dem Schweinegrippe-Virus während der derzeitigen Pandemie infiziert haben, haben nur milde Symptome gehabt. Aber bei manchen kam es zu schweren Lungeninfektionen, die jedenfalls schlimmer sind als bei der saisonalen Influenza."

Die Wissenschafter untersuchten die Bindungsfähigkeit von saisonalen A(H1N1-Viren) und von A(H1N1)-Viren des Schweinegrippe-Stammes an verschiedenen Geweben von Frettchen, Mäusen und Primaten. Sie dienen seit langem als Tiermodelle für das Studium der Influenza: Während die "normalen" H1N1-Viren vor allem an Rezeptoren der oberen Atemwege (Nase, Rachen etc.) andockten und dort in das Gewebe eindrangen, um die Zellen auf Virusproduktion umzupolen und sich so zu vermehren, können die neuen Schweinegrippe-Viren offenbar besser eine andere Variante der Rezeptoren in den tiefen Atemwegen (Lunge) für das Eindringen in den Körper benutzen.

Feizi: "Diese Unterschiede bei der Rezeptor-Bindung zwischen den Pandemie- und den saisonalen Influenza-Viren können zumindest zum Teil die größere Vermehrungskapazität und die schwereren Verlaufsformen bei Frettchen, Mäusen und Primaten erklären, die bei der Infektion mit dem Pandemie-Virus auftritt."

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