Keine Anzeichen neuer Geschwüre festgestellt

Spendernieren von Krebskranken verpflanzt

Von Tumoren befallene Nieren als Spenderorgan: Diesen riskanten und umstrittenen Ansatz haben US-Ärzte getestet - als möglichen Ausweg angesichts knapper Spenderorgane. Fünf schwerkranke Patienten bekamen Nieren transplantiert, aus denen zuvor Geschwüre entfernt worden waren, berichten die Mediziner der Universität von Maryland in Baltimore im Fachjournal "BJUI" (Bd. 104, S. 1655).

In drei Fällen waren die Geschwüre bösartig, in zweien gutartig. Alle fünf Patienten waren Nierenkranke im Endstadium, die sonst sehr wahrscheinlich kein Spenderorgan mehr erhalten hätten. Sie litten an fortgeschrittenem Nierenversagen, extremem Bluthochdruck und Herzproblemen. Ihr Alter lag zwischen 47 und 61 Jahren, die Spender waren 38 bis 72 Jahre alt.

Weder die Spender noch die Empfänger der von Tumoren befallenen Nieren zeigten im Zeitraum der Studie Anzeichen neuer Geschwüre. Bei der letzten Untersuchung 9 bis 41 Monate nach der OP ging es vier Transplantierten gut. Ein Patient starb ein Jahr nach dem Eingriff bei einem Unfall, der nichts mit seiner Krankheit zu tun hatte.

Dass es an Spenderorganen mangelt, liegt den Medizinern zufolge an der global steigenden Zahl Nierenkranker - und nicht an weniger Organspenden. Derzeit stürben jedes Jahr etliche Menschen, während sie auf ein passendes Spenderorgan warteten.