Sexualhormon soll Schädel-Hirn-Trauma lindern

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Mit einem Sexualhormon wollen US-Forscher künftig schwere Kopfverletzungen durch Unfälle auf der Straße und im Haus behandeln. Erste Studien hatten gezeigt, dass die Behandlung mit Progesteron die Todesrate durch ein Schädel-Hirn-Trauma um die Hälfte senkt. Jetzt fördert die Nationale Gesundheitsbehörde (NIH) der USA die dritte und letzte Phase eines klinischen Versuchs an 1.140 Patienten.

Studienleiter ist Donald Stein, Professor für Nothilfemedizin an der Emory Universität in Atlanta. Er hatte die Schutzwirkung des Progesterons auf Nerven und speziell das Hirn schon vor 25 Jahren im Tierversuch entdeckt. Stein stellte das neue Projekt am Freitag auf der Jahrestagung des amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS in San Diego vor.

Seinen Angaben nach verbessert das Sexualhormon Progesteron nicht nur die Überlebenschance nach einem Schädel-Hirn-Trauma, sondern dürfte vielen Unfallopfern mit einem weniger schweren Trauma helfen, später wieder ihrem Beruf nachzugehen. Trotz tausender Betroffener im Jahr gebe es noch immer keine neuen durchschlagenden Therapien für Hirntrauma-Patienten, sagt Stein.

Sowohl Männer als auch Frauen haben kleine, aber messbare Reservoirs des Sexualhormons im Hirn. Das menschliche Hirn ist reichlich mit Progesteron-Rezeptoren ausgestattet. Laborstudien zufolge ist das Hormon entscheidend für die normale Entwicklung der Nervenzellen im Hirn und erfüllt Schutzfunktionen für verletztes Hirngewebe.

Stein war vor einem Vierteljahrhundert in seinem Labor aufgefallen, dass männliche Ratten schwerer unter einem Hirntrauma litten als weibliche, ganz besonders wenn die Rattenfrauen gerade in der Phase ihres Zyklus waren, in denen ihr Körper mehr Progesteron produzierte. Stein machte die Probe aufs Exempel und spritzte Rattenmännern nach Crash-Versuchen Progesteron. Daraufhin sank ihre Todesziffer und sie wurden auch eher wieder mobil.

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