Partner im Kreißsaal weder positiv noch negativ

Ist der Vater bei der Geburt anwesend, wirkt sich das weder positiv noch negativ aus.

Insgesamt ist laut deutschen Medizinern nicht nachweisbar, dass die Gegenwart des Partners positive Auswirkungen auf Geburtsdauer, Schmerzmittelverbrauch oder geburtsmedizinische Interventionsrate hat. Ebenso wenig gibt es einen Nachweis für den Einfluss der Väterbegleitung auf die Komplikationsrate bei Geburten.

Haben die Väter im Vorfeld allerdings nicht nur den Paar-Vorbereitungskurs gemeinsam mit ihrer Partnerin besucht, sondern einen Kurs nur für Männer, könne das positive Folgen für Zufriedenheit des Paares haben, erläutert Wöckel. Dort können werdende Väter Fragen stellen, die sie bei anwesender Partnerin vielleicht nicht stellen würden. Das geht aus einem Vergleich aller aktuellen Studien zum Thema durch Achim Wöckel und seine Kollegen von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in Berlin hervor.

Außerdem werde dann auch das Geburtserlebnis rückblickend positiv beurteilt. Entsprechend vorbereitete Männer sind sich ihrer Rolle bewusst: Sie wüssten, dass sie im Kreißsaal als Begleiter nichts steuern oder leisten, sondern nur anwesend sein müssen und auf die Kompetenz des medizinischen Personals vertrauen können.

Allerdings sollten Männer auch von ihrem Recht Gebrauch machen dürfen, die Begleitung abzulehnen, sagt Prof. Klaus Vetter von der DGGG: "Einen unsicheren oder ängstlichen Partner braucht keine in den Wehen liegende Frau." Die mittlerweile als normal angesehene Begleitung setze viele Männer erheblich unter Druck, ergänzt Wöckel. Sie fühlten sich im Kreißsaal oft hilflos, weil sie nicht helfend eingreifen können. Spannungen in der Beziehung könnten es außerdem erschweren, der Frau bei der Geburt Unterstützung zu geben.