Oft Selbstmedikation bei chronischem Schmerz

Rund 1,5 Millionen Österreicher, also 21 Prozent der Bevölkerung, leiden an chronischen Schmerzen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitut IMAS im Auftrag der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG). Zwar gehen früher oder später fast alle Schmerzpatienten zum Arzt - im Durchschnitt aber erst nach 3,4 Wochen, hieß es anlässlich der 9. Österreichischen Schmerzwochen.

Problematisch: 32 Prozent der Betroffenen greifen zur Selbstmedikation. Knapp zwei von fünf Österreichern ab dem 50. Lebensjahr leben mit chronischen Schmerzen, von den 30- bis 49-Jährigen ist es jeder Achte. Von den 21 Prozent der Betroffenen sind 16 Prozent Männer und 26 Prozent Frauen, sagte ÖSG-Präsident Wilfried Ilias. 95 Prozent der Schmerzpatienten gehen zwar zum Arzt, allerdings durchschnittlich erst nach 3,4 Wochen. Immerhin 28 Prozent der Befragten gehen nach einer Woche zum Arzt, 15 Prozent nach zwei und 13 Prozent nach drei Wochen. Bei 14 Prozent steht erst nach einem Monat ein Arztbesuch am Programm, bei acht Prozent nach zwei und bei weiteren acht Prozent nach drei und mehr Monaten.

Problematisch ist, dass statt der Arztkonsultation oder zusätzlich zur Therapie viele Betroffene zur Selbstmedikation greifen: 32 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, frei verkäufliche Schmerzmittel einzunehmen. Ein Grund sei wohl, dass rezeptfreie Medikamente oft billiger seien, meinte der ÖSG-Präsident. 20 Prozent nahmen die rezeptfreien Arzneien ein bis drei Wochen lang ein, vier Prozent ein Monat, drei Prozent zwei Monate und immerhin fünf Prozent fünf Monate oder länger.

Dabei klagen aber 16 Prozent der Betroffenen über Nebenwirkungen der frei erhältlichen Medikamente: Drei Prozent hatten "ziemlich starke" Nebenwirkungen, 13 Prozent "mäßige". Zu den unangenehmen Folgen der Schmerzmitteleinnahme gehören u. a. Magen-, Leber- oder Nierenschäden sowie Dauerkopfschmerzen. Auch Wechselwirkungen müssen beachtet werden.

INFO: http://www.oesg.at/