Kongress: Modernere Therapie hemmt Brustkrebs

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75 Prozent der Brustkrebspatientinnen haben Tumore, die vom Wachstumsimpuls ihrer Östrogene abhängig sind. Deshalb verabreicht man diesen Patientinnen Antiöstrogene oder neuerdings Substanzen, welche die Bildung des Geschlechtshormons blockieren. Letztere Strategie mit neueren Medikamente dürften auch langfristig wirksamer sein, hieß es am Dienstag beim Europäischen Krebskongress in Berlin.

Noch vor einigen Jahren war die Substanz Tamoxifen, ein teilweiser Östrogen-Rezeptorblocker, die Standardtherapie für Patientinnen mit hormonabhängigem Brustkrebs. Die Therapie erfolgte zumeist fünf Jahre lang. Das erhöhte die Rate der Kranken, bei denen ein Wiederauftreten des Leidens verhindert wurde. Dann kamen die sogenannten Aromatase-Hemmer, Substanzen, welche die Bildung von Östrogen direkt behindern. Sie haben einen größeren Effekt auf die Östrogenproduktion. Das Ergebnis war, dass viele Brustkrebspatientinnen nach zwei oder drei Jahren für den Rest der Therapiedauer auf die Aromatase-Blocker umgestellt wurden.

Charles Coombes, Chef der Abteilung für Onkologie am Imperial College in London, und sein Team analysierten die Daten von 4.724 Probandinnen aus Studien, die entweder bei Tamoxifen blieben oder schließlich den Aromatase-Hemmer Exemestan bekamen. Die Beobachtungszeit betrug mindestens sechs Jahre.

Der Experte: "Sechs Jahre nach dem Wechsel in der Behandlung waren Patientinnen, die Exemestan bekommen hatten, zu 18 Prozent häufiger krankheitsfrei. Auch die Todesrate war im Vergleich zur Tamoxifen-Gruppe um 14 Prozent geringer."

Gleichzeitig bewies eine andere Studie in neuen Staaten und mit 9.779 Probandinnen, dass es gerade bei der antihormonellen Therapie von Brustkrebspatientinnen darauf ankommt, dass die Betroffenen die Arzneimittel wirklich langfristig einnehmen. Nur das, so Cornelis van de Velde von der Universitätsklinik in Leiden in den Niederlanden, garantiert den Behandlungserfolg. Weltweit erkranken 1,3 Millionen Frauen jährlich an Brustkrebs.

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