Kardiologenkongress: Konkurrenz für Chirurgen

Heftige Konkurrenz für die Herz-Chirurgen durch die Kardiologen: Statt ein verengtes Herzkranzgefäß durch Neuverlegung einer Arterie zu umgehen (Bypass-Operation), lässt sich die Engstelle auch mit einem Katheter aufdehnen und dann mit einer Drahtgitterröhre (Stent) offen halten.

Laut einer deutschen Studie, die am Europäischen Kardiologenkongress am Wochenende präsentiert wurde, sind die Ergebnisse beider Methoden zumindest gleichwertig, wenn die medikamenten-beschichteten Stents nicht noch besser sind. Nach einem zwölfmonatigen Beobachtungszeitraum waren die Ergebnisse einer Implantation von medikamenten-beschichteten Stents - sie geben eine Zeit lang Arzneimittelsubstanzen ab, welche einen Wiederverschluss der Koronararterie verhindern sollen - und einer minimal-invasiven Bypass-Operation gleichwertig, was die Verbesserung der Symptome und das Auftreten von kardialen Zwischenfällen betrifft. Bei der Komplikationsrate schneiden die beschichteten Metallröhrchen besser ab. Das sagten jedenfalls Forscher vom Herzzentrum der Universität Leipzig in Deutschland.

Die Leipziger Herzspezialisten führten bei insgesamt 130 Patienten mit einer starken Verengung der Koronararterien entweder eine Katheterintervention mit Implantation eines medikamenten-beschichteten Stents oder eine minimal-invasive Bypass-Operation durch. Die Behandlungsergebnisse wurden hinsichtlich der Häufigkeit von schwerwiegenden Zwischenfällen wie Herztod, Herzinfarkt oder die Notwendigkeit einer neuerlichen Gefäßdehnung innerhalb von zwölf Monaten nach dem Eingriff verglichen.

Diese Komplikationsraten lagen in beiden Patientengruppen bei 7,7 Prozent allerdings bei weniger Komplikationen für Stent-Patienten. "Die Implantation medikamentenbeschichteter Stents sollte bei einem Großteil der Patienten die bevorzugte Reperfusionsmethode (Methode zur Wiederherstellung des Blutflusses in den Koronargefäßen, Anm.) sein", so die deutschen Forscher.