Bisher waren die Untersuchungen schmerzhaft

Forscher stellen Rückgrat dreidimensional dar

Forscher der Universität Bern haben eine Methode entwickelt, mit der sich Bewegungen der Wirbelsäule dreidimensional darstellen lassen. Sie hoffen, damit die Entwicklung neuer Implantate wie Bandscheibenprothesen zu erleichtern. Bisher untersuchten Ärzte die Bewegung des Rückgrats bei Patienten mit Kreuzschmerzen mittels Röntgenaufnahmen. Diese blieben aber auf zwei Dimensionen beschränkt.

Das Prinzip: Ein Video-Röntgengerät, wie es in vielen Kliniken steht, filmt das Rückgrat, während der Patient vorgeschriebene Bewegungen ausführt. Ein neuartiger Bildverarbeitungsprozess wandelt diese Daten dann praktisch in Echtzeit in ein 3D-Bewegungsmodell um, so der Schweizerische Nationalfonds (SNF).

Vergleichbare Resultate lieferten bisher nur schmerzhafte, selten angewandte Verfahren, bei denen durch die Haut hindurch Sonden auf die Rückenwirbel implantiert werden. Die Forscher hoffen, mit der neuen Methode normale Wirbelbewegungen von krankhaften zu unterscheiden und so die Entwicklung neuer Implantate zu erleichtern.

Allerdings hat die Methode den Einzug in die Praxis noch nicht gefunden. Dazu müssen die Forscher noch ein Problem lösen: Für Wirbelsäulendiagnosen machen Ärzte nämlich statt Röntgenbildern immer öfter Magnetresonanzaufnahmen. Diese Technik verursacht geringere Strahlenbelastungen, stellt Knochen aber weniger genau dar.

Ferguson und seine Kollegen sind nun daran, ihre Methode so anzupassen, dass auch Daten von Magnetresonanzbildern verwendet werden können. Sie sind optimistisch, dass dies gelingt - und die Methode dadurch für einen Industriepartner attraktiv wird.