Der Kongress tagt von 18. bis 20. März

Forscher diskutieren Fettstoffwechselstörungen

Fettstoffwechselstörungen, die zu gefährlichen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Atherosklerose führen, bereiten Patienten - und Medizinern - weltweit zunehmend Probleme. An der Aufklärung der molekularen Ursachen wirken Wissenschafter der Uni Graz international an vorderer Front mit.

Von 18. bis 20. März treffen sich daher Spitzenforscherinnen und -forscher zum "International Graz Symposium on Lipid and Membrane Biology". "Die Vorträge der Hauptreferenten aus Europa, Kanada, den USA und Singapur spannen den Bogen von der Erforschung fettgesteuerter zellulärer Signalprozesse in Modellorganismen, wie zum Beispiel Hefezellen, bis hin zu biomedizinischen und pathobiologischen Untersuchungen im Menschen", sagte Sepp-Dieter Kohlwein, wissenschaftlicher Leiter der Tagung, im Vorfeld.

In Graz hat die Lipid- und Biomembran-Forschung eine langjährige Tradition und wird nun auch in dem seit 2007 bestehenden und mit 5,5 Mio. Euro geförderten Spezialforschungsbereich (SFB) "Lipotox" gebündelt. Er wird am Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität koordiniert und bindet Arbeitsgruppen der Medizinischen Universität sowie der TU ein, erklärt SFB-Sprecher Rudolf Zechner.

Der SFB widmet sich der Erforschung der sogenannten Lipotoxizität - der gestörten Aufnahme beziehungsweise Produktion von Fettsäuren und Lipiden (Fetten), die zur Bildung toxischer Substanzen führen. Konkret werden molekulare und zelluläre Prozesse bei der Entstehung von Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Arteriosklerose untersucht.

"Warum wir nicht die Sklaven unserer Gene sind" lautet das Thema des Vortrags von Gottfried Schatz, mit dem der öffentliche Teil des Symposiums am 18. März 2010 im Meerscheinschlößl startet. Der vielfach ausgezeichnete österreichisch-schweizerische Biochemiker, der an der Grazer Uni Chemie und Biochemie studiert hatte, war Professor am Biozentrum der Universität Basel und nach seiner Emeritierung bis 2004 Präsident des Schweizerischen Wissenschafts-und Technologierats. Seine federführende Rolle bei der Aufklärung der Bildung von Mitochondrien sowie sein Beitrag zur Entdeckung der mitochondrialen DNA brachten ihm hochrangige Preise und Ehrungen ein.

INFO: http://lipotox.uni-graz.at/lipotox_meeting_2010.html