Forscher der MedUni Wien für Arbeiten prämiert

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Die Sanofi-Aventis-Stiftung hat drei Wissenschafter der medizinischen Universität Wien (MedUni Wien) für ihre Arbeiten ausgezeichnet. Die Publikationen beschäftigen sich mit neuen Wegen in der Osteoporosetherapie, Kontrollmechanismen von Entzündungsreaktionen sowie der Erforschung eines mitochondrialen Enzyms beim Menschen.

Die Stiftung vergibt den Preis jährlich für herausragende Arbeiten an den drei Med-Unis Österreichs in Wien, Graz und Innsbruck. Aufgrund der zahlreichen qualitativ hochwertigen Bewerbungen sei das Preisgeld der Stiftung heuer durch die MedUni Wien auf 18.000 Euro verdoppelt und an die drei Preisträger Nikolaus Binder, Thomas Weichhart und Johann Holzmann zu gleichen Teilen ausgegeben worden, hieß es in einer Aussendung. Insgesamt gab es 25 Einreichungen.

Nikolaus Binder von der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin III erforschte neue Wege in der Osteoporosetherapie. Seine Erkenntnisse über die Auswirkungen des Fehlens des sogenannten Chemokinrezeptor 2 wurden in "Nature Medicine" veröffentlicht. Binder stellte fest, dass ohne Rezeptor Knochen widerstandsfähiger gegen Frakturen sind und es zu einer Erhöhung der Knochenmasse kommt. Gleichzeitig wird laut der Untersuchung die häufigste Erkrankungsform - die postmenopausale Osteoporose - verhindert. Der Grund für diese positiven Folgen: Ohne Rezeptor sind die Knochen abbauenden Zellen (Osteoklasten) in ihrer Wirkung stark eingeschränkt. Die Hoffnung für Patienten sind nun Medikamente, die den Rezeptor blockieren.

Neue Erkenntnisse über Kontrollmechanismen von Entzündungsreaktionen brachten Thomas Weichhart von den Universitätskliniken für Innere Medizin III 6.000 Euro Preisgeld ein. Der Nephrologe der MedUni Wien beschäftigte sich mit unerwünschten Nebenwirkungen des Medikaments Rapamycin nach Organtransplantationen. Das Arzneimittel enthält das Protein mTOR (mammalian Target of Rapamycin), welches das Überleben von Zellen beeinflusst. In seiner in der Zeitschrift "Immunity" veröffentlichten Studie beschäftigte sich Weichhart damit, wie das Protein Entzündungsreaktionen steuert. Seine Forschung weist auf neue Möglichkeiten zur therapeutischen Beeinflussung des Immunsystems bzw. zur Optimierung von Impfstoffen hin. Von den gewonnen Befunden werden Konsequenzen für Autoimmun-, Krebserkrankungen sowie für die Transplantationsmedizin erwartet.

Johann Holzmann vom Zentrum für Anatomie und Zellbiologie der MedUni Wien identifizierte in seiner Arbeit die molekularen Komponenten eines fragilen mitochondrialen Enzyms (RNA freies RNase P Enzym). Weiters wurde die Proteinzusammensetzung mittels Massenspektometrie ermittelt. Holzmanns Untersuchung wurde im Journal "Cell" publiziert.

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