Finanzkrise kann Leben kosten

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Signifikante Wirtschaftseinbrüche können zu einem rasanten Anstieg der Sterblichkeitsrate führen. Sie müssen es aber nicht, stellte David Stuckler, Soziologe an der Universität Oxford, am Donnerstag beim 12. European Health Forum Gastein (EHFG) fest. Wenn Gesundheits- und Sozialleistungen auf hohem Niveau gehalten werden, könne man diese Konsequenzen von Krisenzeiten weitestgehend vermeiden.

"In Schweden, wo es relativ hohe Gesundheitsausgaben pro Kopf gibt, können wir keinerlei Zusammenhang zwischen Konjunktur und Selbstmordraten feststellen", verweist Stuckler auf die hohe Relevanz funktionierender Arbeitsmarktprogramme. In Spanien hingegen, wo die öffentliche Gesundheitsversorgung auf einem deutlich niedrigeren Stand sei, würden sich die Sterberaten oftmals der Konjunkturentwicklung anpassen. Neben Herzinfarkten würden besonders die Selbstmordraten in Krisenzeiten ansteigen.

Der Soziologe warnte vor allem vor radikalen Einschnitten bei Gesundheits- und Sozialbudgets, da die Gesundheit der Bevölkerung eine Grundvoraussetzung für eine florierende Wirtschaft sei. Durch eine schlechtere Gesundheitsversorgung würden die Krankenstände steigen und im selben Ausmaß würde die Produktivität sinken. Eine Ressourcenreduzierung im Gesundheitsbereich sei somit höchst kontraproduktiv und ökonomisch nicht zu rechtfertigen.

Würde man beispielsweise ein Prozent jener Summe, die für die Rettung des Finanzsystems zur Verfügung steht, für gezielte Gesundheits- und Sozialmaßnahmen aufwenden, dann könnte man verhindern, dass die Wirtschaftskrise letztlich Menschenleben fordert. Besonderes Augenmerk sollte man auf sozial ausgeschlossene Gruppen wie Flüchtlinge und Migranten legen. Diese Summe würde in etwa 130 Euro pro Person entsprechen, die folgerichtig für Arbeitsmarktprogramme verwendet werden würden.

In Krisen Gesundheitsstrategien plötzlich abzuändern sei nicht sinnvoll. Programme gegen Alkoholmissbrauch, Rauchen und ungesunde Ernährung hätten in gleicher Form Bedeutung wie in guten Konjunkturphasen. "Wenn trotz Krise McDonalds, Kentucky Fried Chicken und British American Tobacco Rekordgewinne verkünden, dann ist das für mich ein Alarmzeichen", betonte Stuckler.

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