Feinstaub mitverantwortlich für "trockene Augen"

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Feinstaub setzt nicht nur der Lunge zu, sondern hat auch Auswirkungen auf die Augen, wie aus einer neuen Studie der Medizinischen Universität Graz hervorgeht: Die Kleinstpartikel verändern in Kombination mit dem UV-Licht der Sonne die Tränenflüssigkeit.

Diese wird dadurch weniger vital und der Mensch bekommt dadurch das Gefühl eines "trockenen Auges", so Otto Schmut, Leiter des Forschungsteams an der Grazer Augenklinik am Freitag.

Bisher war bekannt, dass zum Beispiel Zigarettenrauch und Ozon negativen Einfluss auf die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit haben. Bei der neuesten Studie wurden die Auswirkungen des Feinstaubs unter die Lupe genommen: An der Luftmessstelle Graz-Süd fingen die Forscher Feinstaubpartikel auf und brachten sie mit menschlicher Tränenflüssigkeit zusammen. Beim Aufeinandertreffen veränderten sich die Proteine der Tränen, besonders wenn ultraviolettes Licht einstrahlte, so das Ergebnis.

Diese veränderte Flüssigkeit kann dann das Auge nicht mehr vollständig versorgen, die Bindehautzellen erleiden Schaden. "Aus unseren Studien lässt sich ableiten, dass besonders dann die Augenoberfläche negativ betroffen ist, wenn zum Beispiel bei einem längeren Aufenthalt in Feinstaub belasteten Gebiet gleichzeitig starkes Sonnenlicht einwirkt", erklärte Schmut. Er rät zum Schutz vor den UV-Strahlen zu guten Sonnenbrillen. Unklar seien jedoch noch die Langzeitfolgen der Feinstaubbelastung auf das Auge.

Auch andere Ursachen führen zum "trockenen Auge": zunehmende Bildschirmarbeit, Klimaanlagen, bodennahes Ozon und anderes. Bei den Betroffenen äußert sich die Krankheit in Form von Brennen, Rötung und Fremdkörpergefühl.

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