Daten rund um HPV-Impfung und Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs wird durch eine chronische Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) verursacht. HPV sind häufig vorkommende Viren, die hauptsächlich durch sexuellen Kontakt übertragen werden. Etwa zwei Drittel aller Menschen kommen im Laufe ihres Lebens mit HPV in Berührung.

Auch in der Entstehung weiterer Krebsformen wie z. B. Anal-, Penis- oder Vaginalkrebs spielen humane Papillomviren eine Rolle, hieß es seitens der Gesellschaft der Ärzte. Kondome bieten keinen ausreichenden Schutz vor Übertragung. Es existieren etwa 100 verschiedene Typen von HP-Viren; einige davon sind mit einem erhöhten Risiko für eine Krebserkrankung behaftet. Eine Infektion verläuft symptomfrei und wird meistens vom Immunsystem innerhalb einiger Monate eliminiert.

Eine bleibende Infektion mit Hochrisikoviren kann aber zu Veränderungen am Gebärmutterhals führen und somit zu Krebsvorstufen und in weiterer Folge zu Gebärmutterhalskrebs. Das Cervix-Karzinom ist in der Europäischen Union nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei jungen Frauen zwischen 15 und 44 Jahren. Rund 33.000 Frauen in der EU erkranken jährlich daran, rund 15.000 sterben. Das Cervix-Karzinom wird zu rund 70 Prozent durch HPV der Stämme 16 und 18 verursacht.

Gegen HPV stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung: Beide schützen vor den häufigsten Hochrisiko-Virustypen 16 und 18, einer schützt zusätzlich noch vor den Typen sechs und elf, die für 90 Prozent aller Genitalwarzen verantwortlich sind. Genitalwarzen sind nicht lebensgefährlich, haben aber große Auswirkungen auf die Lebensqualität und das Sexualleben der Betroffenen. Schätzungen zufolge werden in Europa allein bei Frauen jährlich rund 250.000 neue Fälle HPV-bedingter Genitalwarzen diagnostiziert. Männer sind ebenfalls von Genitalwarzen betroffen.

Beide HPV-Impfstoffe sind laut Experten "hoch wirksam" und könnten rund 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebsfälle verhindern. Derzeit liegen für beide Impfstoffe Daten zu einer Schutzdauer von bis zu neuneinhalb Jahren vor. Hinweise oder Empfehlungen für eine Auffrischungsimpfung gibt es nicht. Modellberechnungen lassen laut Experten eine jahrzehntelange Schutzdauer erwarten.

Im Österreichischen Impfplan 2010 wird die HPV-Impfung für Mädchen und Frauen "möglichst vor Eintritt in das sexuell aktive Alter" empfohlen; aufgrund der möglichen Übertragung auch für Buben. Der derzeitige Abgabenpreis für die Impfstoffe in den Apotheken beträgt derzeit rund 190 Euro pro Teilimpfung - insgesamt benötigt man drei Teilimpfungen.