‚Wusste nicht, was Familie bedeutet‘

Lilian Klebow im Interview

‚Wusste nicht, was Familie bedeutet‘

Nächster Akt. Im März wird Serienstar Lilian Klebow zum 1. Mal Mutter. Beim großen Mode-Shootings sprach sie über ihr neues Leben.

Familie, sagt Lilian Klebow (34), „kann man lernen.“ Die Schauspielerin (SOKO Donau) und Sängerin ist gebürtige Münchnerin – Tochter liberaler „Alt-68er“, wie sie ihre Eltern nennt. Und sie hat „so richtig Familie“  erst von ihrem Mann kennengelernt – vom Schauspielkollegen Erich Altenkopf (44). „Ich hatte keinen Bezug zu Kindern, ich hatte Panik – vor allem vor der Abhängigkeit.“ Seit 2011 sind Erich und Lilian, die mit erstem Namen eigentlich Sybilla heißt, verheiratet. Jetzt stellt sie sich, wie sie sagt, „der größten Herausforderung, die es im Leben gibt“ – einem Kind.   

Backstage
Strahlend schön, mit 6-Monats-Babybäuchlein (Geschlecht wird noch nicht verraten) stand Klebow diese Woche für ein Modeshooting vor der MADONNA-Kamera (ab Seite 32) und sprach im sehr persönlichen Interview über ihr neues Leben, ihre Liebe auf Distanz und wie das ungeborene Baby ihre Familie wieder zusammenschweißt.

Diashow: Lilian Klebow: MADONNA-Shooting

Lilian Klebow: MADONNA-Shooting

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    Ihr erstes Babybauch-Shooting für MADONNA. Wie hat sich Ihr Leben in den letzten Monaten verändert?
    Lilian Klebow:
    Es ist eine Reise schwanger zu sein, du erkennst dich neu. Eine Herausforderung – vor allem, sich so als Frau anzunehmen. Das finde ich spannend. Man könnte sich auch auf die Wehwehchen fokussieren, die jede hat. Auch ich hatte Schwierigkeiten, aber insgesamt ist es einfach wunderschön.
    Michelle Hunziker oder Heidi Klum machten mit Blitzdiäten nach der Geburt Schlagzeilen. Verspüren Sie als TV-Gesicht großen Druck?
    Klebow:
    Mir ist es, ehrlich gesagt, wurscht. Ich finde es falsch, was von Models oder gerade von Michelle Hunziker signalisiert wird – das würde ich einfach nicht machen. Es ist eine normale Zeit. Und es wird mir nicht erspart bleiben, 2014 mit ein paar Kilo mehr vor der Kamera zu stehen.
    Wann geht es wieder los?
    Klebow
    : Die letzte SOKO Donau-Staffel ist abgedreht, die Autoren warten mit gespitzten Bleistiften. Ich weiß noch nicht, wann genau ich wieder drehen möchte, aber die acht Wochen Schonzeit werde ich mir nehmen.
    Also ist das Baby gut getimt?
    Klebow:
    Ich musste schon einige Projekte absagen, wie das Stück „Bier für Frauen“ – Babybauch und Alkohol ist keine gute Kombination auf der Bühne ... (lacht). Aber ich war jetzt bereit, einen neuen Faktor in mein Leben zu lassen. Mein Mann wollte immer Kinder haben. Er war es, der mir Familie beigebracht hat. Es war ein langer Prozess für mich zu begreifen, dass der Job nicht das Wichtigste ist. Wenn man sich auf ein Kind einlässt, für das man sein Leben lang verantwortlich ist, ist das die größte Herausforderung überhaupt. Ich fand es feige, mich dieser nicht zu stellen.  
    Wer wird Sie mit dem Baby unterstützen?
    Klebow
    : Mein Mann und ich führen eine Fernbeziehung zwischen Wien und München, wo er dreht. Wir haben keinen Plan fürs nächste Jahr, denn als Schauspieler kann man kaum planen. Erich hat auf jeden Fall im März, rund um den Geburtstermin, viel freibekommen. Da bin ich seiner Produktionsfirma dankbar. Dankbar bin ich auch dafür, dass meine Eltern angeboten haben, nach Wien zu ziehen.
    Sie haben gesagt, dass Sie oft das Gefühl hatten, nicht gewollt zu sein...
    Klebow
    : Mittlerweile weiß ich, dass ich gewollt war! Aber dass die Umstände schwierig waren. Ein Baby kann die Beziehung zweier Menschen unglaublich erschüttern. Was ich mir wünsche ist, dass wir dieses Kind annehmen und es frei lassen. Dass wir ihm – was meine Eltern sehr gut gemacht haben – Bescheidenheit beibringen, einen Rahmen. Meine Eltern waren nicht streng, aber wenn ich etwas wollte, dann musste ich auch etwas dafür tun. So habe ich eine Bodenständigkeit mitbekommen. Wahrscheinlich waren wir nie diese klassische Familie. Als Einzelkind fühlte ich mich oft einsam. Das meinte ich wahrscheinlich mit diesem „nicht gewollt sein“. Familienfeste, Familiengeburtstage das war ihnen alles wurscht – meine Eltern sind Alt-68er. Was sie gut gemacht haben, ist, dass sie mich laufen gelassen haben.
    Und Ihr Verhältnis heute?
    Klebow
    : Ich bin in den letzten Jahren mit meiner Oma sehr zusammengewachsen und auch meinen Eltern viel nähergekommen. Vor allem durch mein Kind, das unterwegs ist. Und das finde ich irre schön: Unser Baby rückt die Familie zusammen.