Wird zu oft operiert?

Pro & Contra

Wird zu oft operiert?

Viele Eingriffe sind überflüssig. Wir fragten Experten: Welche sind das? Was sind die Risiken und sanfteren Alternativen?

Es ist eine einfache Frage – die immer noch viel zu selten gestellt wird: „Was passiert, wenn ich das nicht machen lasse?“   
Risiken. Gemeint ist der Eingriff an der Wirbelsäule, der Schilddrüse oder an der Gebärmutter. Schließlich birgt jede Operation Risiken. „Es ist noch nicht so lange her, da hat man bei Verdacht auf Blinddarmentzündung sofort operiert“, meint etwa Dr. Sebastian Sporn, Allgemeinchirurg im Wiener Frauengesundheitszentrum Woman & Health.

Neuere Studien zeigen aber, dass es auch andere Behandlungsmethoden als die chirurgische gibt – wie etwa, in unkomplizierten Fällen, die mehrtägige Gabe von Antibiotika. Allerdings gibt es auch hier Für und Wider: „Die Letztverantwortung liegt beim Arzt. Und nicht zu operieren, nur weil eventuell zu viele operative Entfernungen durchgeführt werden, wäre ebenso fahrlässig. Im Zweifelsfall daher: raus damit!“, sagt Chirurg Sporn.

Wir haben fünf medizinische Operationen auf Nutzen und Risiken untersucht – und zeigen mögliche Alternativen zum Eingriff.

Wird zu oft operiert? 1/4
BANDSCHEIBEN-OP:
Der Eingriff: Beim Bandscheibenvorfall verrutscht der Kern der Bandscheibe (die knorpelige Verbindung zwischen den Wirbelkörpern). Sie drückt dann auf das Rückenmark oder die austretenden Nerven – das schmerzt. Per Operation kann der „vorgefallene“ Teil der Bandscheibe entfernt werden.  Die Risiken: Oft bleiben die Beschwerden trotz des Eingriffs bestehen oder kehren zurück. Etwa die Hälfte der Patienten ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden.
Alternativen: Die beste Therapie lautet: Bewegung. Ideal: Schwimmen, moderates Laufen. Selbst bei sehr großen Bandscheibenvorfällen verschwinden die Schmerzen dann häufig. Weniger gut: Tennis oder Golf.