Vaginal, klitoral, ganz egal!

Wege zum Höhepunkt

29.08.2014

Im neuen Orgasmus-Ratgeber verrät eine holländische Sexualtherapeutin, wie Frauen ganz easy den Höhepunkt erreichen können. Und was auf dem Weg zum lustvollen Highlight wirklich hinderlich sein kann.

Zur Vollversion des Artikels
© Getty
Zur Vollversion des Artikels

Hollywood weiß, wie’s geht: Frauen kommen immer und meist laut und stöhnend. Und klappt es mal nicht, lag es wohl am schlechten Sex. In Wirklichkeit hat eine von drei Frauen selten oder nie einen Orgasmus – kann aber trotzdem Spaß im Bett haben! Im neuen Ratgeber Orgasmus von Goedele Liekens (erhältlich im Heyne-Verlag um 13,40 Euro) erklärt die niederländische Sextherapeutin den weiblichen Höhepunkt in all seinen Facetten und räumt mit Missverständnissen auf. Beispielsweise, dass eine normale, gesunde Frau unbedingt immer zum Orgasmus kommen muss. Dabei ist die Sache mit dem Lustgipfel höchst diffizil. „Wer auf Anhieb den Gipfel der Lüste erklimmen will, wird mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern!“, weiß die Sexualtherapeutin. „Ein Höhepunkt erfordert liebevolle Aufmerksamkeit, Spaß im Bett und Fachwissen!“

Routenplaner

Tatsächlich gibt es nicht nur einen „Stairway to heaven“. 2007 fragten die Sexualforscher Dorian Solot und Marshall Miller 555 Frauen, was ihre schönste (und vielleicht auch schnellste) Route zum Orgasmus sei. Ergebnis: Immerhin 34 Prozent kommen durch manuelle Masturbation ohne Vibrator. Aber auch der ist längst nicht mehr nur ein nettes Extra: Wie Oralsex bringt er 14 Prozent der Frauen zum Orgasmus. Pene­tration plus Klitorisstimulation verschafft zwölf Prozent sexuellen Genuss, während normale Penetration gerade einmal sechs Prozent in den siebenten Himmel katapultiert.

Weg ist das Ziel
Einige Irrtümer schafft der Ratgeber übrigens auch gleich aus der Welt: So spielt die Penislänge überhaupt keine Rolle, die Stellung schon. Laut Liekens erreicht ein Paar den gemeinsamen Höhepunkt am besten mit der CAT-Stellung (Coital Alignment Technique), im Grunde eine Variante der guten, alten Missionarsstellung, nur dass die Klitoris dabei ständig verwöhnt wird. Eine Position, bei der die Erregung langsam bis zum klitoralen oder vielleicht gleichzeitigen Höhepunkt gesteigert wird.
Last, but not least empfiehlt Liekens jedenfalls einen relaxten Umgang mit der Causa prima: „Setzen Sie sich nicht unnötig unter Druck. Ein Orgasmus ist kein Pflichtprogramm. Der Weg ist das Ziel: Auch Sex ohne Explosion(en) kann guter Sex sein!“ Wie schön.

Vier Missverständnisse rund um den Höhepunkt

✖ Eine normale Frau kommt immer zum Orgasmus. Stimmt nicht. Sogar Frauen, die leicht kommen, gelangen nur in 70 bis 80 Prozent zum Höhepunkt.

✖ Frauen können bei Quickies nicht zum Orgasmus kommen. Irrtum. Der weibliche Höhepunkt und Quickies gehören vielleicht nicht gerade zusammen wie Pech und Schwefel, aber unvereinbar sind sie auch nicht. Wichtig ist weniger die Dauer als das Erregungsniveau beim Vorspiel.

✖ Stress lässt Frauen schneller und besser zum Orgasmus kommen. Quatsch! Das größte weibliche Sexualorgan ist nach wie vor das Gehirn. Spielt die Psyche nicht mit, legt sich auch der Körper quer. Dass Sex entspannend ist, weiß jede Frau. Hat sie zu viel um die Ohren, ist die Libido dahin.

✖ kein Orgasmus? dann ist die Beziehung kaputt. Stimmt nicht. Wenn Sie mit Ihrem Partner unglücklich sind oder ihn nicht mehr attraktiv finden, können Sie mit ihm trotzdem zum Orgasmus kommen. Umgekehrt kann alles perfekt sein, und Sie erreichen dennoch nicht den Höhepunkt.

 

Zur Vollversion des Artikels